Andersen JW, Dahl M, Yderstraede KB, Hoegh A, Voborg, Danemark; Diabet Med 2018; 35: 1197 – 1201

Fragestellung: Ziel war die Bestimmung der Prävalenz eines nicht-identifizierten Diabetes bei 67-jährigen in Dänemark, welche an einem Screening-Programm für kardiovaskuläre Erkrankungen und Diabetes teilnahmen; und Beschreibung von Glykämiespiegeln von Individuen bezüglich des am Behandlungsort erhobenen HbA1c, kombiniert mit selbst-berichtetem Diabetesstatus.

Methodik: In dieser retrospektiven, populationsbasierten Querschnittsstudie wurden alle 67-jährigen Personen, welche in der Viborg Gemeinde leben, eingeladen am Viborg Intersektor-Screening-Programm (VISP) teilzunehmen, welches auf kardiovaskuläre Erkrankungen und Diabetes fokussiert ist. Die VISP-Studie wurde August 2014 initiiert und ist offen. Während der ersten 2 Jahre des Programmes wurden Teilnehmer stratifiziert bezüglich des selbst-berichteten Dia­betesstatus und einer einmaligen HbA1c-Messung.

Ergebnisse: Insgesamt 1 802 Individuen wurden zur Teilnahme eingeladen, 1 501 stimmten zu und 7 wurden ausgeschlossen aufgrund fehlender Daten (HbA1c oder Diabetesstatus), was in eine Teilnahmerate von 82,9 % resultierte (n = 1 494). Von den Teilnehmern welche berichteten keinen Diabetes zu haben, hatten 3,3 % (n = 45) einen HbA1c-Wert ≥ 48 mmol/mol (6,5 %). In derselben Gruppe hatten 16,7 % (n = 226) einen HbA1c-Wert zwischen 41 und 48 mmol/mol (5,9 – 6,5 %). Von den Personen welche das Vorhandensein eines Diabetes selbstberichteten, hatten 30,1 % (n = 43) einen HbA1c-Wert ≥ 58 mmol/mol (7,5 %).

Schlussfolgerung: Die Prävalenz eines nicht-identifizierten Diabetes lag basierend auf einer einmaligen HbA1c -Messung bei 3,3 %. Weiterhin lag der HbA1c-Wert bei 16,7 % der Personen, welche berichteten keinen Diabetes zu haben zwischen 41 und 48 mmol/l (5,9 – 6,5 %), eine Untergruppe mit erhöhtem Risiko für die Entwicklung von Diabetes. Bei Personen mit selbst berichtetem Diabetes hatten 30,1 % einen HbA1c-Wert ≥ 58 mmol/mol (7,5 %) und 6,3 % hatten einen Wert > 74 mmol/mol (8,9 %).

Kommentar: Die hohe Anzahl von Personen, welche im Rahmen des Screenings mit Prä-Diabetes diagnostiziert wurden, ist bemerkenswert, könnte jedoch zum Teil beeinflusst worden sein durch die Untersuchung einer insgesamt kleinen und möglicherweise relativ homogenen Gemeinde.



Autor: Dr. med. Martin O. Weickert

Erschienen in: Diabetes-Congress-Report, 2018; 18 (5) Seite 58