Die klinische Versorgung von Patienten mit Diabetischen Fußsyndrom (DFS) erfolgt meist dezentral in spezialisierten Fachabteilungen in Abhängigkeit vom jeweiligen Leitsymptom der Patienten. Am Cellitinnen-Krankenhaus St. Vinzenz in Köln arbeiten fünf Fachdisziplinen "Hand in Hand für den Fuß". Wie das funktioniert, lesen Sie hier.
Diabetologie, Diabetes-Fußchirurgie, interventionelle Radiologie, Gefäßchirurgie und Klinische Infektiologie arbeiten als Team mit der gemeinsamen Mission des Extremitätenerhalts und erreichen damit Amputationsraten, die deutlich unter dem Bundesdurchschnitt liegen. Grundlage hierfür sind tägliche interdisziplinäre Konferenzen, wöchentliche Boards, kurze Wege, gemeinsame Entscheidungen und eine Geschäftsführung, die die Vorzüge einer interdisziplinären Versorgung anerkennt und aktiv fördert.
Ökonomischer Druck gefährdet Versorgung
Das diabetische Fußsyndrom (DFS) zählt zu den kostenintensivsten Komplikationen des Diabetes mellitus. In Deutschland leben rund 8,5 Millionen Menschen mit Diabetes; etwa 250.000 entwickeln jährlich eine behandlungsbedürftige Fußläsion, die nicht selten einer stationären Versorgung bedarf. Letztere ist komplex und ressourcenintensiv: DFS-Patienten benötigen im Durchschnitt etwa 14 Behandlungstage mit engmaschiger ärztlicher und pflegerischer Betreuung, wiederholten operativen Eingriffen sowie einem hohen Sachmittelaufwand.
Gleichzeitig spiegelt das derzeitige DRG-System diese Versorgungsrealität nur unzureichend wider. Die Fallpauschalen decken die tatsächlichen Behandlungskosten häufig nicht.
Ebenso wenig im Vergütungs-System abgebildet sind unverzichtbare konservative Maßnahmen wie eine strukturierte Wundbehandlung, moderne Verbandstechniken, Unterdrucktherapie, biomechanische Druckentlastung und orthopädieschuhtechnische Versorgung, die zeit- und personalintensiv sind.
Die stationäre DFS-Versorgung ist für viele Krankenhäuser daher wirtschaftlich defizitär.
- Rund 8,5 Millionen Menschen in Deutschland leben mit Diabetes mellitus
- Etwa 250.000 Patienten entwickeln jährlich eine behandlungsbedürftige Fußläsion
- Das diabetische Fußsyndrom ist einer der häufigsten Gründe für diabetesbedingte Krankenhausaufenthalte
- Durchschnittliche stationäre Behandlungsdauer: ca. 14 Tage
- Jährlich etwa 50.000 Amputationen im Zusammenhang mit Diabetes
- Davon etwa 10.000 Major-Amputationen
- Interdisziplinäre Fußnetzwerke können die Amputationsrate deutlich reduzieren
Diese Rahmenbedingungen verändern die Versorgungslandschaft in Deutschland zunehmend. In mehreren Regionen wurden spezialisierte DFS-Strukturen reduziert oder geschlossen. Dadurch konzentriert sich die Versorgung auf wenige Zentren. Patienten müssen daher häufig weite Wege in Kauf nehmen oder werden in Einrichtungen ohne ausgewiesene Spezialisierung behandelt.
In Deutschland werden jährlich etwa 50.000 Amputationen im Zusammenhang mit Diabetes durchgeführt, ein Fünftel davon sind Major-Amputationen. Studien zeigen, dass jeder zweite Patient nach einer Majoramputation innerhalb von 5 Jahren verstirbt. Die Überlebenden erfahren meist eine nachhaltige Einschränkung ihrer Lebensqualität. Eine frühzeitige strukturierte, interdisziplinäre Behandlung senkt die Amputationsrate nachweislich, wie Daten aus zertifizierten Fußbehandlungseinrichtungen und interdisziplinären Netzwerken eindrücklich zeigen.
Spezialisten allein reichen nicht – "Teamwork is key"
Selbst dort, wo die strukturellen und fachlichen Voraussetzungen vorhanden sind, bleibt die Versorgung des diabetischen Fußsyndroms häufig fragmentiert. Das DFS ist per definitionem ein komplexes Krankheitsbild, bei dem Stoffwechselentgleisung, diabetische Nephro- und Neuropathie, periphere arterielle Verschlusskrankheit, Infektionen und biomechanische Fehlbelastungen ein interdisziplinäres Management erfordern.
Im realen Versorgungsalltag arbeiten die erforderlichen Disziplinen jedoch nicht immer integriert, sondern häufig solitär. Diabetologie, Fußchirurgie, interventionelle Radiologie, Gefäßchirurgie und Infektiologie sind vielerorts organisatorisch getrennt, oder sind nicht auf einen Standort konzentriert. Zudem ist die Expertise für komplexe infrapopliteale Revaskularisationen und die klinische Infektiologie nicht flächendeckend verfügbar.
Eine Herausforderung für die optimale Versorgung des DFS ergibt sich insofern durch partielles Fehlen einzelner Fachkompetenzen, aber noch viel mehr durch die fehlende strukturierte, gut abgestimmte interdisziplinäre Zusammenarbeit.
Zahlreiche Untersuchungen zeigen einen Zusammenhang zwischen Fallzahl, struktureller und fachlicher Spezialisierung und Behandlungsergebnissen beim DFS. Zentren mit hoher Patientenzahl verfügen in der Regel über etablierte interdisziplinäre Behandlungspfade und größere Erfahrung in Revaskularisation, Infektionsmanagement und Wundbehandlung – mit besseren funktionellen Ergebnissen und niedrigeren Amputationsraten.
Interdisziplinäre Versorgung braucht neue Strukturen und Prozesse
Am St. Vinzenz-Krankenhaus Köln haben wir bewusst einen strukturellen Ansatz für die Versorgung des DFS gewählt: Die fünf zentralen Disziplinen arbeiten unter einem Dach – Diabetologie mit Diabetes-Fußchirurgie, interventionelle Radiologie, Gefäßchirurgie und Klinische Infektiologie. Die räumliche und organisatorische Nähe ermöglicht eine schnelle Abstimmung und unmittelbare gemeinsame Therapieentscheidungen.
Diese Struktur ist das Ergebnis strategischer Entscheidungen der Krankenhausleitung. Investitionen in Personal, Infrastruktur und die Entwicklung interdisziplinärer Prozesse waren notwendig, um messbare Effekte zu erzielen: weniger Komplikationen, kürzere Verweildauern und geringere Amputationsraten.
- DDG-Diabetes-Exzellenzzentrum
- Stationäre Fußbehandlungseinrichtung der DDG
- Gefäßzentrum Köln-Nord
- Netzwerk Diabetischer Fuß Köln und Umgebung e.V.
Neben den strukturellen Voraussetzungen spielt die fachliche Kompetenz der beteiligten Disziplinen und die Teamkultur eine zentrale Rolle. Unsere Zusammenarbeit basiert auf klar definierten Zuständigkeiten, gegenseitigem wohlwollenden Vertrauen sowie regelmäßigem fachlichem Austausch. Kooperation wird organisatorisch unterstützt und ist Teil der klinischen Routine.
Definierte Aufgaben der einzelnen Fachdisziplinen des DFS-Teams
Diabetologie: Koordination und konservative Therapie
- Gesamtkoordination der DFS-Behandlung
- Optimierung von Stoffwechseleinstellung und Komorbiditäten
- Strukturiertes Wundmanagement mit modernen Wundbehandlungsverfahren
- Organisation der orthopädieschuhtechnischen Versorgung
- Planung der ambulanten Nachsorge
Die Diabetologie stellt die Kontinuität der Behandlung sicher und koordiniert die Zusammenarbeit der beteiligten Disziplinen.
Diabetes-Fußchirurgie: Mobilität erhalten
- chirurgische Wundrevisionen und funktionserhaltende Resektionen
- rekonstruktive Eingriffe bei Charcot-Arthropathie und Osteomyelitis
- Korrektur von Fehlstellungen
- sehnenchirurgische Eingriffe und minimalinvasive Operationen
- individuelle Entlastungskonzepte inklusive Total-Contact-Cast
Ziel aller Eingriffe ist der Erhalt einer belastbaren Extremität.
Interventionelle Radiologie: Revaskularisation minimal-invasiv
- nichtinvasive Bildgebung (FKDS, MRA und CTA)
- schnelle Verfügbarkeit aller interventioneller Verfahren
- hervorgehobene Expertise bei der Behandlung der AVK
- Schwerpunkt auf infrapoplitealer Revaskularisation einschl. PTA, Stent, Atherektomie und tiefer venöser Revaskularisation (DVA)
Revaskularisation ist häufig Voraussetzung für Wundheilung.
Gefäßchirurgie: Rekonstruktion bei komplexer pAVK
- Bypassoperationen, insbesondere crural und pedal, häufig mit alternativen Venen (z. B. Armvenen)
- komplexe Gefäßrekonstruktionen, z. B. bei Mehretagen-Verschlussprozessen
- Hybridprozeduren (Kombination von offener Gefäßchirurgie und interventionellen Techniken)
- Notfalleingriffe bei kritischer Ischämie
- in No-Option-Fällen ggfs. operative Arterialisation der Fußvenen
Die Gefäßchirurgie bietet Lösungen insbesondere bei komplexen Gefäßbefunden.
Klinische Infektiologie: Komplexe Infektionen im Griff
- Diagnostik komplexer Fußinfektionen
- Gezielte Antibiotikatherapie
- Behandlung von Osteomyelitiden
- Resistenzmanagement
- Regelmäßige infektiologische Konsile und ABS-Visiten
Die infektiologische Mitbehandlung ist entscheidend für den Extremitätenerhalt.
Teamwork vom ersten Kontakt bis zur Nachsorge
Die Behandlung von Patienten mit diabetischem Fußsyndrom beginnt häufig bereits im ambulanten Bereich. Niedergelassene Diabetologen, Chirurgen und Hausärzte überweisen Patienten gezielt in unsere stationäre Fußbehandlungseinrichtung. Nach der Aufnahme erfolgt ein strukturiertes Erst-Assessment durch die Diabetologie mit Wundbeurteilung, Stoffwechselanalyse und Gefäßdiagnostik.
Je nach Befund werden die Fachbereiche Diabetes-Fußchirurgie, interventionelle Radiologie, Gefäßchirurgie oder Infektiologie frühzeitig hinzugezogen. Das Ziel besteht darin, Diagnostik und Therapie möglichst parallel zu organisieren, um Zeitverluste zu vermeiden.
Zwei Boards für komplexe Entscheidungen
Zentraler Bestandteil der Zusammenarbeit sind zwei regelmäßig stattfindende interdisziplinäre Fallkonferenzen mit unterschiedlichen Schwerpunkten.
Im täglich durchgeführtem Gefäßboard besprechen Diabetologie, Diabetes-Fußchirurgie, interventionelle Radiologie und Gefäßchirurgie gemeinsam Patienten mit relevanter Durchblutungsstörung. Die beteiligten Disziplinen arbeiten dabei im Rahmen des zertifizierten Gefäßzentrums Köln-Nord strukturiert zusammen. Hier werden diagnostische Befunde, Revaskularisationsmöglichkeiten sowie das weitere operative oder interventionelle Vorgehen abgestimmt.
- Diabetologie: "Die Diabetologie koordiniert die Behandlung und stellt sicher, dass konservative Therapie, Revaskularisation und Chirurgie sinnvoll ineinandergreifen"
- Diabetes-Fußchirurgie:
"Unser Ziel ist der Funktionserhalt der Extremität. Mit gezielten chirurgischen Eingriffen schaffen wir die Voraussetzungen für Wundheilung und Belastbarkeit." - Interventionelle Radiologie: "Ohne ausreichende Durchblutung kann keine Wunde heilen. Durch schnelle minimalinvasive interventionelle Revaskularisation schaffen wir die Grundlage für den Extremitätenerhalt."
- Gefäßchirurgie:
"In manchen Fällen als primäre Therapie und auch nach unzufriedenstellendem Interventionsergebnis ermöglichen gefäßchirurgische Rekonstruktionen eine verbesserte Perfusion und damit optimierte Heilungschancen." - Klinische Infektiologie: "Eine rationale infektiologische Diagnostik und gezielte Antibiotikatherapie, welche die Limitationen des Patienten hinsichtlich Nierenfunktion und Perfusionsstatus u.a. berücksichtigt, sind entscheidend, um komplexe Fußinfektionen zu behandeln."
Im Infektiologie- bzw. Osteomyelitis-Board kommen Diabetologie, Diabetes-Fußchirurgie und Klinische Infektiologie zusammen. Im Mittelpunkt stehen komplexe Infektionen, Antibiotikastrategien, chirurgische Sanierungsschritte und die Behandlung von Osteomyelitiden.
In beiden Konferenzen werden Therapieentscheidungen interdisziplinär getroffen und unmittelbar in den Behandlungsplan integriert.
Kurze Wege im klinischen Alltag
Neben den Boards prägt auch die tägliche Zusammenarbeit die Versorgung. Durch die räumliche Nähe der beteiligten Disziplinen können viele Entscheidungen direkt am Patientenbett getroffen werden. Radiologische Interventionen oder chirurgische Eingriffe lassen sich kurzfristig planen, ohne lange Abstimmungswege. Eine kontinuierliche Abstimmung erfolgt mit der Klinischen Infektiologie bei Patienten mit komplexen polimikrobiellen Infektionen und Infektionen mit multiresistenen Erregern. So wurden im Jahr 2024 bei 1100 stationären DFS-Patienten 434 infektiologische Konsile verschriftlicht (Mehrfachkonsile bei einem einzelnen Patienten eingeschlossen). Zudem werden pro Woche durchschnittlich 20 Patienten im Rahmen einer Antibiotic-Stewardship-Visite gesehen. Diese kontinuierliche Mitversorgung optimiert den Behandlungserfolg des einzelnen Patienten und trägt dazu bei, langfristig bakterielle Resistenzen einzudämmen.
Um Wundheilung und Rezidivprophylaxe langfristig zu sichern, wird die Weiterbehandlung gemeinsam mit niedergelassenen Diabetologen, Hausärzten, Chirurgen und Orthopädieschuhtechnikern organisiert.
Der strukturierte Behandlungspfad verbindet somit stationäre Spezialisierung mit ambulanter Kontinuität.
Qualität durch Zertifizierung und Standards
Die interdisziplinäre Versorgung wird durch etablierte Qualitätsstrukturen abgesichert. Die Klinik für Diabetologe und Endokrinologie mit der Diabetes-Fußchirurgie ist sowohl als DDG-Diabetes-Exzellenzzentrum als auch als stationäre Fußbehandlungseinrichtung zertifiziert. Voraussetzung für beide Zertifizierungen sind interdisziplinäre Behandlungskonzepte und eine kontinuierliche Ergebnisdokumentation.
Darüber hinaus besteht mit dem zweifach zertifizierten Gefäßzentrum Köln-Nord (DGG und DRG) eine feste Kooperation zwischen Diabetologie mit Fußchirurgie, interventioneller Radiologie und Gefäßchirurgie. Tägliche interdisziplinäre Konferenzen, gemeinsame Qualitätszirkel, abgestimmte Behandlungspfade und regelmäßige Audits sichern diese Zusammenarbeit strukturell ab.
Die Majoramputationsrate in unserem Setting liegt weit unter 1 Prozent und damit deutlich unter den in der Literatur beschriebenen Raten außerhalb spezialisierter Versorgungsstrukturen. Vor jeder geplanten Majoramputation wird verpflichtend eine externe Zweitmeinung eingeholt.
Regionale Netzwerke als Erfolgsfaktor
Ein weiterer wesentlicher Bestandteil der Versorgung ist die enge Zusammenarbeit mit ambulanten Partnern. Als Mitglied im Netzwerk "Diabetischer Fuß Köln und Umgebung e. V." arbeiten wir strukturiert mit niedergelassenen Diabetologen, Chirurgen, Hausärzten, Podologen und Orthopädieschuhtechnikern zusammen.
Diese sektorübergreifende Zusammenarbeit verbessert insbesondere die Früherkennung, die Nachsorge und die Rezidivprophylaxe. Studien zeigen, dass Regionen mit etablierten Fußnetzwerken niedrigere Amputationsraten aufweisen und eine bessere medizinische Versorgung für DFS-Patienten bieten.
Die Grundlage einer erfolgreichen DFS-Versorgung bilden somit interdisziplinäre Zusammenarbeit, räumliche Nähe der Fachdisziplinen, verbindliche Qualitätsstrukturen und regionale Vernetzung.
1. Diabetologie als koordinierende Disziplin
2. Alle zentralen Fachdisziplinen verfügbar (Diabetologie, Diabetes-Fußchirurgie, interventionelle Radiologie, Gefäßchirurgie, Infektiologie)
3. Räumliche Nähe der beteiligten Abteilungen
4. Frühe Revaskularisation bei pAVK
5. In der Behandlung des DFS versierte Fußchirurgen
6. Tägliche interdisziplinäre Boards (Gefäßboard und Infektions-/Osteomyelitis-Board)
7. Standardisierte Behandlungspfade und SOPs
8. Qualitätssicherung durch Zertifizierungen und Ergebnisdokumentation
9. Unterstützung interdisziplinärer Strukturen durch die Krankenhausleitung
10. Starke ambulante Partner für Vor- und Nachsorge (niedergelassene Diabetologen, Chirurgen, Hausärzte, Podologen, Orthopädieschuhtechnik)Statement der Geschäftsführung
Warum wir in die interdisziplinäre DFS-Versorgung investieren
"Die Versorgung von Patienten mit diabetischem Fußsyndrom gehört zu den komplexesten Aufgaben eines Krankenhauses. Gute Ergebnisse entstehen nur dort, wo medizinische Expertise, funktionierende Strukturen und interdisziplinäre Zusammenarbeit zusammenkommen.
Deshalb haben wir bewusst in die räumliche Nähe der beteiligten Fachdisziplinen, in Personal und in verbindliche Kooperationsstrukturen investiert. Diese Entscheidungen sind nicht nur medizinisch sinnvoll, sondern auch wirtschaftlich nachhaltig: Weniger Komplikationen, kürzere Liegezeiten und geringere Amputationsraten verbessern die Versorgungsqualität und stabilisieren gleichzeitig die Ressourcenplanung.
Eine interdisziplinäre Versorgung entsteht nicht von allein, sondern braucht organisatorische Unterstützung, gegenseitiges Vertrauen und eine klare strategische Priorität. Unser Ziel ist es, die DFS-Versorgung langfristig weiterzuentwickeln und sie gemeinsam mit ambulanten Partnern zu optimieren".
Fazit: Das Team macht den Unterschied
Die Versorgung des diabetischen Fußsyndroms ist komplex, ressourcenintensiv und organisatorisch anspruchsvoll. Einzelne Fachdisziplinen können diese Herausforderung nicht allein bewältigen. Erst eine strukturierte interdisziplinäre Zusammenarbeit, klare Behandlungspfade und eine enge Vernetzung mit ambulanten Partnern ermöglichen eine kontinuierliche und erfolgreiche Behandlung.
Das Beispiel des Cellitinnen-Krankenhaus St.-Vinzenz in Köln zeigt, dass funktionierende DFS-Strukturen nicht von einzelnen Persönlichkeiten abhängig sind, sondern das Ergebnis klarer organisatorischer Entscheidungen, definierter Prozesse und einer kooperativen und wohlwollenden Behandlungskultur. Zentrale Elemente sind dabei räumliche Nähe, regelmäßige Fallkonferenzen, diabetologische Koordination, frühzeitige und hochwertige Revaskularisation, ausgewiesene fußchirurgische und infektiologische Kompetenz. Entscheidend ist die gemeinsame Ausrichtung aller Teammitglieder auf ein Ziel: eine optimale Wundheilung, den Erhalt der Mobilität und eine nachhaltige Versorgung von Menschen mit diabetischem Fußsyndrom.
- DFS: interdisziplinär zum Extremitätenerhalt
- Stufenweiser Schutz des Fußes beim DFS
- Minimalinvasive Chirurgie bei DFS
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Erschienen in: Diabetes-Forum, 2026; 38 (2) Seite 10-15
