Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat den beiden oralen Antidiabetika Dapagliflozin (Forxiga®) und Dapagliflozin/Metformin (Xigduo®) in der erneuten Nutzenbewertung einen Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen bescheinigt. Das positive Ergebnis der Nutzenbewertung ist auf die Daten der kardiovaskulären Outcome-Studie DECLARE-TIMI 58 (DECLARE) zurückzuführen. In dieser Studie konnte belegt werden, dass das Risiko für Herzinsuffizienz- und Niereninsuffizienz-bedingte Folgekomplikationen unter Dapagliflozin im Vergleich zu Placebo signifikant verringert wird. Zudem zeigten sich unter Dapagliflozin auch insgesamt weniger schwerwiegende unerwünschte Ereignisse.[1] Dapagliflozin ist das einzige Antidiabetikum, für das der G-BA sowohl für die Monosubstanz Dapagliflozin (Forxiga®) als auch für die fixe Kombination von Dapagliflozin mit Metformin (Xigduo®) einen Zusatznutzen bestätigt hat.

Der Zusatznutzen bezieht sich gemäß Beschluss des G-BA auf Patienten mit Typ-2-Diabetes mellitus mit hohem kardiovaskulärem (CV) Risiko, die weitere Medikation zur Behandlung der kardiovaskulären Risikofaktoren erhalten. Gemäß Einschlusskriterien der DECLARE-Studie sind davon Patienten mit bestehender CV-Vorerkrankung (Patienten ≥40 Jahre und ischämischer Herzkrankheit, peripherer arterieller Verschlusskrankheit oder zerebrovaskulärer Erkrankung), sowie Patienten ohne bestehende CV-Vorerkrankung, jedoch mit multiplen CV-Risikofaktoren (Männer ≥55 Jahre und Frauen ≥60 Jahre mit mindestens einem zusätzlichen Risikofaktor: Dyslipidämie, Hypertonie oder Rauchen), umfasst.

„DECLARE liefert wichtige, versorgungsrelevante neue Evidenz für Patienten mit Typ-2-Diabetes mellitus und erhöhtem CV-Risiko, die in den bislang vom G-BA bewerteten Outcome-Studien zu SGLT-2-Hemmern nicht untersucht worden sind“, sagt Dr. Julia Büchner, Vice President Pricing & Market Access von AstraZeneca Deutschland. „Diese neuen Erkenntnisse der DECLARE-Studie erweitern das Verständnis dafür, wie über die Blutzuckerkontrolle hinaus schwere Herz-Kreislauf-Komplikationen wie die Herzinsuffizienz und das Fortschreiten einer Nierenerkrankung verhindert werden können. Wir freuen uns sehr, dass diese Vorteile auch vom G-BA im Rahmen seiner Bewertung anerkannt werden.“

Die G-BA-Bewertung unterstreicht den Stellenwert von Dapagliflozin für die Versorgung von Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2. „Es ist daher dringend geboten, dass die dem Beschluss zugrunde liegenden Erkenntnisse zeitnah in den regionalen Arzneimittelvereinbarungen sowie bei der bevorstehenden Aktualisierung des Disease Management Programms Diabetes mellitus Typ 2 berücksichtigt werden, damit die unterschiedlichen Instrumente zur Arzneimittelsteuerung hinsichtlich der Verordnungs-empfehlungen zu SGLT-2-Inhibitoren aufeinander abgestimmt sind”, so Dr. Büchner.

Statistisch signifikante Risikoreduktion für Hospitalisierungen aufgrund von Herzinsuffizienz

In der DECLARE-Studie zeigte sich für die Therapie mit Dapagliflozin im Vergleich zu Placebo eine statistisch signifikante Risikoreduktion für Hospitalisierungen aufgrund von Herzinsuffizienz um 27% (HR: 0,73 (95%-KI 0,61; 0,88); p<0,001). Das Risiko für eine schwere Herzinsuffizienz konnte unter Dapagliflozin im Vergleich zu Placebo um 20% verringert werden (HR: 0,80 (95%-KI 0,70; 0,91); p=0,0006).[1,2] Des Weiteren ergab die Studie eine relative Risikoreduktion unter Dapagliflozin für das Fortschreiten einer Nierenerkrankung bis hin zur Niereninsuffizienz um 47% (HR: 0,53 (95 %-KI 0,43; 0,66); p<0,0001).[2]

„Die DECLARE-Studie belegt, dass mit Dapagliflozin schwerwiegende kardiale und renale Folgekomplikationen vermieden werden können“, sagt der deutsche Studienleiter zu DECLARE, Dr. Gerhard Klausmann, Facharzt für Innere Medizin und Diabetologie Aschaffenburg. „Dabei ist es bemerkenswert, dass die gezeigten Effekte aus DECLARE zur Reduktion der Herzinsuffizienz- und Niereninsuffizienz-bedingten Folgekomplikationen über die gesamte eingeschlossene Patientengruppe – bei Patienten mit vorbestehender kardiovaskulärer Erkrankung wie auch bei Patienten mit kardiovaskulären Risikofaktoren – konsistent sind.“

Des Weiteren zeigte sich in der DECLARE-Studie eine Senkung der Gesamtrate schwerwiegender unerwünschter Ereignisse unter Dapagliflozin relativ um 9% gegenüber Placebo, wobei sich auch eine Reduktion des Risikos für schwere Hypoglykämien, die zur Hospitalisierung führten (relative Risikoreduktion um 35%), und eine Reduktion des Risikos für das Auftreten von Blasenkarzinomen (relative Risikoreduktion um 42%) unter Dapagliflozin zeigte.[2]

Mit über 17.000 Patienten ist DECLARE die bis dato größte kardiovaskuläre Outcome-Studie mit einem SGLT-2-Hemmer. „Die Besonderheit der DECLARE-Studie besteht vor allem darin, dass neben Patienten mit bestehender kardiovaskulärer Vorerkrankung (40,6%) der Großteil der eingeschlossenen Patienten (59,4%) multiple kardiovaskuläre Risikofaktoren aufwies“, sagt Dr. Klausmann. „DECLARE liefert somit wichtige neue Erkenntnisse für eine Population von Typ-2-Diabetikern, für die es bislang keine vergleichbare Evidenz aus einer kardiovaskulären Outcome-Studie gibt.“

Hoher Stellenwert von SGLT-2-Hemmern für kardiovaskuläre Risikoreduzierung

Die Ergebnisse der DECLARE-Studie verdeutlichen, dass der SGLT-2-Hemmer wesentlich zu den aktuellen Therapiezielen bei Typ-2-Diabetes hinsichtlich der kardio-renalen Risikoverringerung beitragen kann. Aufgrund eines bei Diabetes-Patienten zwei- bis dreifach erhöhten Risikos für kardiovaskuläre Erkrankungen [3] ist die Reduktion makro- und mikrovaskulärer Folgekomplikationen, wie z.B. Herzinsuffizienz und Nephropathien, ein zentrales Ziel aktueller Therapieempfehlungen. So legt zum Beispiel der Konsensbericht der American Diabetes Association (ADA) und der European Association for the Study of Diabetes (EASD) den therapeutischen Fokus auf die Vermeidung kardialer und renaler Folgekomplikationen. Dafür wird explizit die Wirkstoffklasse der SGLT-2-Hemmer empfohlen, zu denen auch Dapagliflozin zählt.[4]

Seit der Markteinführung von Dapagliflozin 2012 wurden bereits über 700.000 Patienten mit Typ-2-Diabetes mit dem SGLT-2-Hemmer behandelt.

Über die Studie DECLARE-TIMI 58
DECLARE (Dapagliflozin Effect on CardiovascuLaR Events) ist eine randomisierte, doppel-blinde, placebo-kontrollierte, multizentrische Studie. In der Studie wurde der Effekt von Dapagliflozin im Vergleich zu Placebo auf kardiovaskuläre Ereignisse bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes und einem erhöhten kardiovaskulären Risiko untersucht. Es wurden sowohl Patienten mit multiplen kardiovaskulären Risikofaktoren (n=10.186), als auch Patienten mitbestehender kardiovaskulärer Erkrankung (n=6.974) eingeschlossen. Die DECLARE-Studie umfasste insgesamt 17.160 erwachsene Patienten aus 882 Studienzentren in 33 Ländern, und wurde in Zusammenarbeit mit der Thrombolysis in Myocardial Infarction (TIMI) Studiengruppe (Boston, Massachusetts (USA)) und dem Hadassah Hebrew University Medical Center (Jerusalem, Israel) unabhängig durchgeführt.

Referenzen
(1) Wiviott SD et al. N Engl J Med 2019; 380:347-357 DOI: 10.1056/NEJMoa1812389
(2) Dossier zur Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V Dapagliflozin (Forxiga®5mg/10mg Filmtabletten), verfügbar unter www.g-ba.de/downloads/92-975-3126/2019-06-18_Modul4A_Dapagliflozin.pdf
(3) International Diabetes Foundation (IDF). The Diabetes Atlas, 8th Edition, Brussels, revision 2017.
(4) Davies MJ et al. Diabetologia 2018. https://doi.org/10.1007/s00125-018-4729-5

Quelle: AstraZeneca GmbH