Bereits vor zwei Wochen wurde verkündet, dass Dapagliflozin den primären Endpunkt in der Studie DAPA-HF erreichte und signifikant das Risiko für kardiovaskulären Tod oder für die Verschlechterung von Herzinsuffizienz zusätzlich zur Standardtherapie reduziert. Auf dem ESC-Kongress in Paris wurden nun detaillierte Ergebnisse vorgestellt.

Hinweis: Dapagliflozin ist bislang nicht zugelassen zur Behandlung von Herzinsuffizienz und zur Reduktion von kardiovaskulär bedingtem Tod.

Das Unternehmen AstraZeneca gab die detaillierten Ergebnisse der Phase-III-Studie DAPA-HF zu Dapagliflozin (Handelsname Forxiga) bekannt, die im Rahmen der Jahrestagung der European Society of Cardiology (ESC) in Paris (Frankreich) vorgestellt wurden.

Die Daten zeigen, dass Dapagliflozin als Zusatz zu einer Standardtherapie sowohl die Rate von kardiovaskulärem Tod als auch Verschlechterung von Herzinsuffizienz (definiert als Hospitalisierung aufgrund von Herzinsuffizienz oder notfallmäßigem Arztkontakt wegen Herzinsuffizienz) signifikant verringert [1].

DAPA-HF ist die erste Endpunkt-Studie mit einem SGLT-2-Inhibitor zur Behandlung von Patienten mit Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion (HFrEF), sowohl mit als auch ohne Typ-2-Diabetes. Forxiga 10mg ist derzeit in der EU zugelassen zur Behandlung von Typ-2-Diabetes [2].

Signifikante Reduktion von kardiovaskulärem Tod oder Herzinsuffizienz-Verschlechterung

Die im August 2019 veröffentlichten Top-Line-Ergebnisse hatten gezeigt, dass der primäre Studienendpunkt erreicht wurde. Wie die nun auf der ESC-Jahrestagung vorgestellten Studienergebnisse belegen, führte die Therapie mit Dapagliflozin im Vergleich zu Placebo als Zusatz zum Behandlungsstandard zu einer signifikanten Verringerung von kardiovaskulär bedingtem Tod oder Verschlechterung von Herzinsuffizienz um 26 Prozent (p=0,00001). Zudem zeigte sich eine Reduktion der Einzelkomponenten des primären kombinierten Studienendpunktes [1].

„Während Dapagliflozin bereits als wichtiger Bestandteil zur Behandlung von Typ-2-Diabetes etabliert ist, zeigen diese spannenden neuen Daten klinisch bedeutsame Erkenntnisse zum Potenzial von Dapagliflozin, Herzinsuffizienz bei Patienten mit und ohne Typ-2-Diabetes zu behandeln,“ sagt Dr. Kai Richter, Vice President Medical AstraZeneca in Deutschland.

„Wir freuen uns sehr über diesen positiven Effekt von Dapagliflozin und sind stolz darauf, damit einen Beitrag zur wissenschaftlichen Evidenz im Rahmen des ESC-Kongresses 2019 geleistet zu haben“, so Richter weiter.

Dapagliflozin ist genauso wirksam bei Herzinsuffizienz-Patienten ohne Diabetes

Prof. John McMurray vom Institut für Kardiovaskuläre und Medizinische Wissenschaft an der Universität Glasgow (UK), der die Daten präsentierte, sagt: „Wir freuen uns sehr, dass Dapagliflozin in unserer Studie so effektiv war – es hat alles bewirkt, was wir von einem Herzinsuffizienzmedikament erwarten, nämlich Symptome zu verbessern, Hospitalisierungen zu reduzieren und das Überleben zu steigern. Darüber hinaus war Dapagliflozin bei Herzinsuffizienz-Patienten ohne Diabetes genauso wirksam wie bei Patienten mit Diabetes.“

In der Analyse der einzelnen Komponenten des primären zusammengesetzten Endpunkts zeigte sich eine Risikoreduktion von 30 Prozent (p<0,0001) für das erste Auftreten einer Verschlechterung von Herzinsuffizienz und eine Risikoreduktion von 18 Prozent (p=0,029) für kardiovaskulär bedingten Tod. Der Effekt von Dapagliflozin auf den primären kombinierten Endpunkt blieb im Allgemeinen über die wichtigsten Subgruppen hinweg konsistent [1].

Signifikante Verbesserung bei PRO sowie verringerte Gesamtmortalitätsrate

Wie die Studienergebnisse des Weiteren belegen, waren signifikante Verbesserungen bei Patient-Reported Outcomes (PRO), gemessen anhand des Gesamt-Symptomwertes des Kansas City Cardiomyopathy Questionnaire (KCCQ), sowie eine nominal signifikante Verringerung der Gesamtmortalitätsrate von 17 Prozent (7,9 gegenüber 9,5 Patienten mit einem Ereignis pro 100 Patientenjahre) zugunsten von Dapagliflozin zu beobachten [1].

Das Sicherheitsprofil von Dapagliflozin in der DAPA-HF-Studie entsprach dem etablierten Sicherheitsprofil des Medikaments. Der Anteil an Patienten mit Volumenmangel (7,5 Prozent vs. 6,8 Prozent) und renalen Nebenwirkungen (6,5 Prozent vs. 7,2 Prozent), die bei der Behandlung von Herzinsuffizienz häufig von Bedeutung sind, war vergleichbar mit Placebo. Schwerwiegende hypoglykämische Ereignisse (0,2 Prozent vs. 0,2 Prozent) waren in beiden Behandlungsgruppen selten [1].

Dapagliflozin wird im Rahmen des klinischen Studienprogramms DAPACare auch bei Patienten mit Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion (HFpEF; LVEF > 50 Prozent) in den Studien DELIVER und DETERMINE (HFrEF und HFpEF) untersucht.

Über die DAPA–HF-Studie

DAPA-HF (Dapagliflozin And Prevention of Adverse-outcomes in Heart Failure) ist eine internationale, multizentrische, randomisierte, doppelblinde Parallelgruppenstudie bei Patienten mit Herzinsuffizienz und reduzierter Ejektionsfraktion (LVEF ≤ 40%), sowohl mit als auch ohne Typ-2-Diabetes.

Die Studie wurde aufgesetzt, um den Effekt von Dapagliflozin (Forxiga® 10 mg einmal täglich) im Vergleich zu Placebo als Zusatz zum Behandlungsstandard zu untersuchen.* Der zusammengesetzte primäre Studienendpunkt ist definiert als Zeit bis zum ersten Auftreten von kardiovaskulär bedingtem Tod, Hospitalisierung aufgrund Herzinsuffizienz oder notfallmäßigem Arztkontakt wegen Herzinsuffizienz.

DAPA-HF ist die erste Studie in der Indikation Herzinsuffizienz mit Endpunkten zur Morbidität und Mortalität, in der ein SGLT-2-Inhibitor als Zusatztherapie zum Behandlungsstandard bei einer repräsentativen Patientenpopulation mit manifester Herzinsuffizienz (NYHA-Stadium II bis IV) mit und ohne Typ-2-Diabetes untersucht wird

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[1] McMurray J. Dapagliflozin In Patients With Heart Failure and Reduced Ejection Fraction. Hot Line Session 1 ESC 2019, 1. September 2019.
[2] Fachinformation Forxiga, Stand Juli 2019.

Quelle: Presseinformation von AstraZeneca