Zuckersteuer, neue Therapien, Prävention: Beim Diabetes Kongress 2026 in Berlin zieht DDG-Geschäftsführerin Barbara Bitzer im Interview mit Sebastian Alsleben Bilanz und erklärt, warum die als Herstellerabgabe angekündigte Zuckersteuer nur ein erster Schritt sein kann.
Auf dem diesjährigen Diabetes Kongress, der vom 13. bis 16. Mai 2026 in Berlin stattfindet, hat Allgemeinmediziner und Medfluencer Sebastian Alsleben am gestrigen Freitag mit Barbara Bitzer gesprochen – Geschäftsführerin der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) und Sprecherin der Deutschen Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK).
Das vollständige Interview mit Barbara Bitzer hier im Video ansehen:
Im Mittelpunkt des Gesprächs steht die geplante Zuckersteuer. Ein Thema, für das sich die DDG seit über 15 Jahren einsetzt und das nun endlich Wirklichkeit werden wird. Bitzer berichtet von einer überwiegend positiven Resonanz auf dem Kongress: Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer hätten das Vorhaben begrüßt und als längst überfällig bezeichnet. Gleichzeitig räumt sie ein, dass es noch Aufklärungsbedarf gebe. Denn bei der geplanten Regelung handelt es sich nicht um eine Verbrauchersteuer, sondern um eine Herstellerabgabe – mit dem Ziel, Rezepturen zu verändern und Produkte gesünder zu gestalten.
Den Alltag mit Diabetes erleichtern und Prävention stärken
Neben der Zuckersteuer spricht Bitzer über das Motto des Kongresses: „Die Revolution der Mittel und die Realität der Menschen." Neue Therapien und technische Möglichkeiten erreichten Patientinnen und Patienten heute schneller als je zuvor. Entscheidend bleibe jedoch, was den Alltag mit der Erkrankung konkret erleichtere. Und wie Adhärenz und Lebenszufriedenheit nachhaltig verbessert werden könnten. Ein normales Leben mit Diabetes müsse das erklärte Ziel sein.
Mit Blick auf die nächsten fünf Jahre mahnt Bitzer, die Zuckersteuer nicht als Allheilmittel zu verstehen. Weitere Maßnahmen seien nötig: Werbebeschränkungen für ungesunde Lebensmittel, die gezielt Kinder ansprechen, sowie verbindliche Bewegungsangebote in Kita und Schule. Auch die Arbeit von DANK – der Deutschen Allianz Nichtübertragbarer Krankheiten – kommt zur Sprache. Das Bündnis aus 24 medizinischen Fachgesellschaften und Organisationen setzt sich für strukturelle Prävention ein und versucht, politischen Druck für gesündere Lebensverhältnisse zu erzeugen.
von Sebastan Alsleben und Redaktion diabetologie-online
