Damit Menschen mit Typ-2-Diabetes optimal versorgt werden können, brauchen sie eine korrekte Auswertung ihrer medizinischen Daten. Ein Pilotprojekt konnte nun zeigen, dass eine digitale Plattform dabei hilft, den Therapieerfolg zu erhöhen.

Trotz zunehmender Erkenntnisse und moderner Diabetes-Medikation verbesserten sich die Therapieergebnisse in den letzten zwanzig Jahren nur wenig. Eine Querschnittuntersuchung bei Menschen mit Typ-2-Diabetes in neun europäischen Ländern ergab, dass 37,4 Prozent nicht ihren Ziel-Langzeit-Blutzuckerwert HbA1c (unter 7,0 Prozent) erreichten. In Deutschland waren es 36,4 Prozent.

Wie ein Pilotprojekt zur Qualitätssicherung nun zeigt, hilft die digitale Plattform PDM one (Personalisiertes Diabetes Management) bei der korrekten Interpretation medizinischer Daten wie Blutzuckermesswerte oder Insulinmengen, die die Patienten zuvor elektronisch dokumentieren. Sie bündelt Informationen, wertet sie aus und weist auf Schwachstellen hin.

So kann die Diabetes-Therapie optimiert und nötige Anpassungen schneller umgesetzt werden. Gemeinsam mit der ärztlichen Fachkraft erreichen Patientinnen und Patienten besser ihre Therapieziele.

Software-Plattform weist auf notwendige ärztliche Entscheidungen hin

Die Software-Plattform für qualitätsgesicherte Behandlungsschritte wurde gemeinsam mit diabetologischen Fachkräften entwickelt. Sie ist mit vielen unterschiedlichen Systemen kompatibel und führt Informationen aus Diabetesmanagement-Systemen mit Labordaten, Arztbriefen oder Überweisungen aus einem Arztinformations-System zusammen.

Die Daten sind manuell ergänzbar und werden auf Vollständigkeit und Plausibilität geprüft. Dadurch entsteht eine gesicherte Datenbasis. Die Ärztin oder der Arzt wird auf wichtige Behandlungsschritte aufmerksam gemacht, etwa auf fällige Blut-, Fuß- oder Augenarztuntersuchungen.

Die PDM one wurde mit 123 Teilnehmenden mit Typ-2-Diabetes aus 9 Diabetesschwerpunktpraxen über einen Zeitraum von 9 bis 12 Monaten erstmalig erprobt. Dabei zeigte sich unter anderem, dass der HbA1c-Wert der Probanden um durchschnittlich 1,7 Prozentpunkte gesenkt werden konnte.


Quelle: Diabetesinformationsdienst München