Sanofi war auf der 79. Wissenschaftlichen Jahrestagung der American Diabetes Association (ADA) in San Francisco (Kalifornien/USA), mit insgesamt 25 Beiträgen zu Toujeo (Insulin glargin 300 Einheiten/Milliliter [E/ml]) vertreten – darunter Subgruppenanalysen der BRIGHT-Studie, in denen das Basalinsulin auch bei älteren Diabetikern sowie bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion überzeugen konnte.

Wie Prof. Dr. Thomas Forst (Mannheim) Ende Juli auf einer Pressekonferenz des Unternehmens Sanofi ausführte, zeigten Subgruppenanalysen der BRIGHT-Studie, dass mit Insulin glargin 300 E/ml bei Menschen mit Typ-2-Diabetes, die über 70 Jahre alt sind oder die eine eingeschränkte Nierenfunktion aufweisen, eine effektivere glykämische Kontrolle erreicht werden konnte als unter Insulin degludec – ohne erhöhtes Hypoglykämierisiko [1, 2].

In der ersten Head-to-Head-Studie, die Insulin glargin 300 E/ml und Insulin degludec 100 E/ml verglich, wurden 929 insulinnaive Erwachsene mit Typ-2-Diabetes einmal täglich mit einem der beiden Basalinsulinanaloga behandelt. Vor der Randomisierung waren die Patienten unter oralen Antidiabetika mit oder ohne Glukagon-like-Peptide-(GLP-1)-Rezeptoragonisten nicht zufriedenstellend eingestellt gewesen [3].

Vergleichbare glykämische Kontrolle, weniger Hypoglykämien in der Einstellungsphase

Die Studie erreichte ihren primären Endpunkt und zeigte von Baseline bis Woche 24 eine vergleichbare Reduktion des HbA1c unter beiden Basalinsulinen (Nichtunterlegenheits-p-Wert < 0,0001).

Unterschiede gab es beim Hypoglykämieprofil: Während der Einstellungsphase (Woche 0 bis 12) waren die Raten an bestätigten hypoglykämischen Ereignissen zu jeder Tageszeit unter Insulin glargin 300 E/ml um 23 Prozent (≤ 70 mg/dl, 3,9 mmol/l) bzw. um 43 Prozent (≤ 54 mg/dl, 3 mmol/l) geringer als unter Insulin degludec.

Auch die nächtlichen Ereignisraten (≤ 70 mg/dl, 3,9 mmol/l) waren in den ersten zwölf Behandlungswochen unter Insulin glargin 300 E/ml niedriger als unter Insulin degludec. Über die gesamte Studiendauer von 24 Wochen sowie im Erhaltungszeitraum (Wochen 13 bis 24) waren Inzidenz und Häufigkeit von Unterzuckerungen nachts und zu jeder Tageszeit zwischen beiden Basalinsulinen vergleichbar [3].

Bessere glykämische Kontrolle bei eingeschränkter Nierenfunktion

Eine Subgruppenanalyse der BRIGHT-Studie untersuchte, ob die Nierenfunktion der Patienten zu Studienbeginn Einfluss auf die erreichte glykämische Kontrolle hatte: Dazu wurden drei Patientengruppen verglichen: geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (eGFR) ≥ 90 ml/min/1,73 m² bzw. 60 bis 90 ml/min/1,73 m² oder < 60 ml/min/1,73 m².

„Forst betonte: „Die Auswertung zeigte, dass Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (< 60 ml/min/1,73 m2) mit Insulin glargin 300 E/ml im Vergleich zu Insulin degludec eine stärkere HbA1c-Senkung erzielten, ohne dass das Hypoglykämierisiko anstieg.“

Nach 24 Wochen waren der HbA1c unter Insulin glargin 300 E/ml von 8,6 Prozent auf 6,9 Prozent gesunken, unter Insulin degludec von 8,3 Prozent auf 7,3 Prozent (Mittelwertdifferenz nach der Methode der kleinsten Quadrate (Least Square, LS) gegenüber Insulin degludec -0,43 [95 %-Konfidenzintervall: -0,74 bis -0,12]) [1].

Auch ältere Patienten profitieren von Insulin glargin 300 E/ml

Eine weitere Analyse von Untergruppen der BRIGHT-Studie untersuchte den Einfluss des Alters auf die glykämische Kontrolle unter beiden Basalinsulinanaloga. Ausgewertet wurden Patienten, die zu Studienbeginn < 65 Jahre, ≥ 65 Jahre, < 70 Jahre und ≥ 70 Jahre alt waren.

„Die Subgruppenanalyse zeigte bei Patienten in höherem Alter (≥ 70 Jahre) für Insulin glargin 300 E/ml im Vergleich zu Insulin degludec eine stärkere HbA1c-Senkung ohne erhöhtes Hypoglykämierisiko“, so Forst. Die LS-Mittelwertdifferenz betrug bei Patienten im Alter von mindestens 70 Jahren für Insulin glargin 300 E/ml gegenüber Insulin degludec -0,34 (95 %-KI: -0,59 bis -0,10) [2].

„Bei Patienten mit Typ-2-Diabetes erreichen Insulin glargin 300 E/ml und Insulin degludec in der Gesamtkohorte eine vergleichbare Besserung der glykämischen Kontrolle, wobei das Risiko für Hypoglykämien in der Titrationsphase für Insulin glargin 300 E/ml geringer war [3]. Bei älteren Patienten mit Typ-2-Diabetes und bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion zeigte Insulin glargin 300 E/ml im Vergleich zu Insulin degludec eine stärkere HbA1c-Senkung ohne das Risiko für Hypoglykämien zu erhöhen“, so das Fazit von Forst [1, 2].


Referenzen
[1] Haluzík M et al., 146-OR, American Diabetes Association Scientific Sessions; Juni 2019; San Francisco, Kalifornien, USA
[2] Charbonnel B et al., 131-LB, American Diabetes Association Scientific Sessions; Juni 2019; San Francisco, Kalifornien, USA
[3] Rosenstock JR et al., Diabetes Care 2018 Oct; 41(10): 2147-2154

Quelle: Presseinformation von Sanofi