Sind Kinder erst einmal übergewichtig, dann entwickeln sie in den Folgejahren oft auch Risikofaktoren für Typ-2-Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie etwa Bluthochdruck, schlechte Blutfettwerte und erhöhte Blutzucker- oder Insulinwerte. Dies ergab eine Auswertung der europäischen IDEFICS Studie.

Im Rahmen der IDEFICS-Studie wurden in acht europäischen Ländern die Daten von mehr als 16.000 Kindern im Alter von zwei bis neun Jahren gesammelt. Ziel war es, den Einfluss von Ernährung und Lebensstil auf die Gesundheit der Kinder zu erforschen.

Daten von über 6.700 Kindern über einen Zeitraum von 6 Jahren

Ein Forscherteam beschäftigte sich speziell mit der Entwicklung des metabolischen Status vom Kleinkind- bis hin ins Jugendalter. Hier flossen die Daten von über 6.700 Kindern ein, welche im Zeitraum von sechs Jahren mehrfach untersucht wurden. Von ihnen liegen Blut-, Speichel- und Urinproben vor, sowie Fragebögen und Ergebnisse körperlicher Untersuchungen.

Die Kinder ließen sich nach der Basiserhebung in fünf Gruppen einteilen:
  • Die meisten Kinder (61,5 Prozent) waren metabolisch gesund.
  • 15,9 Prozent hatten einen erhöhten Taillenumfang. Sie galten damit als bauchbetont übergewichtig.
  • 9 Prozent der Kinder wiesen eine Fettstoffwechselstörung auf.
  • 7 Prozent der Kinder litten unter Bluthochdruck.
  • 6,6 Prozent vereinten mehrere Komponenten des sogenannten Metabolischen Syndroms (schweres Übergewicht, Bluthochdruck, erhöhte Blutfettwerte, erhöhte Glukose-/Insulinwerte).

Kindliche Stoffwechselstörungen zeigten sich als kaum reversibel

Nach dem Untersuchungszeitraum von sechs Jahren zeigte sich: Waren Kinder bei der ersten Messung stoffwechselgesund, dann blieben sie es mit großer Wahrscheinlichkeit auch bis zur Folgeerhebung (86,6 Prozent). Wiesen Kinder bereits bei der ersten Messung mehrere metabolische Störungen wie Bluthochdruck oder erhöhte Insulinwerte auf, dann behielten sie diese mit sehr großer Wahrscheinlichkeit auch über den gesamten Untersuchungszeitraum bei.

Bauchbetontes Übergewicht scheint tatsächlich bereits bei Kindern der Startpunkt für weitere metabolische Störungen wie beispielsweise Bluthochdruck oder Fettstoffwechselstörungen zu sein, stellen die Autoren fest. In dem betrachteten Sechs-Jahres-Zeitraum schaffte es kaum ein Kind aus der Gruppe mit mehreren Komponenten des Metabolischen Syndroms zurück in den metabolisch gesunden Status. Dies unterstreiche nochmal, wie wichtig es sei, kindlichem Übergewicht rechtzeitig gegenzusteuern.

Die Daten wurden im Fachmagazin „International Journal of Epidemiology“ veröffentlicht.


Quelle: Diabetesinformationsdienst München