Die Deutsche Leberstiftung warnt: Immer mehr stark übergewichtige Kinder haben eine geschädigte Leber. Experten für Kindergesundheit sehen das vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) für Ende 2019 geplante Verbot von zugesetztem Zucker jeder Art in Kindertees und -milchen als einen ersten Erfolg.

Bereits im Kindesalter gefährdet

„In Deutschland sind 15 Prozent der Kinder übergewichtig. Übergewicht und speziell krankhaftes Übergewicht, also Adipositas, können bereits im Kindesalter schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben“, warnt Professor Dr. Ulrich Baumann, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin aus der Pädiatrischen Gastroenterologie und Hepatologie der Medizinischen Hochschule Hannover und ergänzt: „Beispielsweise können neben Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ 2-Diabetes auch Fettablagerungen in der Leber entstehen. Unbehandelt kann sich eine sogenannte Fettleber zu einer nicht-alkoholischen Fettlebererkrankung (NAFLD), die im Endstadium eine Lebertransplantation erfordern kann, entwickeln. Bei einer bestehenden Leberzirrhose ist darüber hinaus das Risiko für einen Leberzellkrebs auch bei Kindern und Jugendlichen deutlich erhöht. Das geplante Verbot von Zuckerzusätzen in Kindergetränken ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Wir brauchen jedoch weitere regulatorische Maßnahmen und Konzepte, um gesündere Ernährung und mehr Bewegung für Kinder und Jugendliche sicherzustellen.“

Lebensmittelkennzeichnung für gesündere Kaufentscheidung im Supermarkt

Bei der Auswahl gesunder Lebensmittel im Supermarkt können plakative Nährwertkennzeichnungen helfen, bei ähnlichen Produkten die oftmals großen Unterschiede bei Zucker- und Fettgehalt schnell zu erkennen. Die Kaufentscheidung für ein Produkt im Supermarkt fällt in durchschnittlich zwei bis drei Sekunden. In Frankreich und Belgien ist die Lebensmittelkennzeichnung mit einer fünfstufigen Ampelskala, dem sogenannten Nutri-Score, bereits weit verbreitet. Eine aktuelle in Frankreich durchgeführte Studie kommt zu dem Ergebnis, dass durch die flächendeckende Einführung des Nutri-Scores die durchschnittliche Kalorienaufnahme um neun Prozent gesenkt und Tausende Todesfälle durch ernährungsbedingte Krankheiten verhindert werden könnten.

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In Deutschland versehen seit Anfang des Jahres einige wenige Hersteller freiwillig ihre Produkte mit dieser Lebensmittelampel. Im August 2019 stellte das Forsa-Institut das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage vor: 69 Prozent der Deutschen wollen Nutri-Score-Ampeln auf Lebensmitteln. Auch Verbraucherschützer wie Foodwatch und Ärztevereinigungen plädieren für die Einführung des Nutri-Scores, der plakativ und schnell erkennbar einen einzigen Wert auf einer fünfstufigen Ampelskala anzeigt.

Fettlebererkrankung bei übergewichtigen Kindern und Jugendlichen konkret abklären

„Die nicht-alkoholische Fettleber macht sich bei Kindern wie auch bei Erwachsenen sehr selten durch Symptome bemerkbar, sie ist trotzdem und gerade deswegen ein großes Gesundheitsrisiko. Es ist notwendig, dass Eltern sogenannte Zuckerfallen bereits beim Einkauf schnell identifizieren und auf andere Produkte ausweichen können. Beispielsweise kann schon ein Esslöffel Ketchup einen Teelöffel Zucker enthalten und in einer einzigen Dose Limonade ist meist mehr Zucker, als die maximale empfohlene Tagesdosis für ein Kind. Ähnlich ist es bei manchen fertigen Müslimischungen und auch bei Tiefkühlpizzen“, erklärt Professor Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung und ergänzt: „Neben einer Ernährungsumstellung und Sport ist es wichtig, dass bei übergewichtigen Kindern und Jugendlichen der behandelnde Arzt immer auch eine Fettlebererkrankung abklärt. Eine einfache Ultraschalluntersuchung kann bereits Leberveränderungen sichtbar machen. Darüber hinaus weisen auch erhöhte Leberwerte (GPT, GOT und GGT) auf eine Lebererkrankung hin. Auch wenn die Werte nicht erhöht sind, sollte eine Gewichtsreduzierung angestrebt werden, denn Übergewicht im Kindes- und Jugendalter ist häufig mit ernährungsbedingten Krankheiten im Erwachsenenalter assoziiert.“


Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG)