Wer träumt nicht gelegentlich davon, seine eigene Chefin, sein eigener Chef zu sein. Die Gründe dafür sind vielfältig: der Wunsch nach mehr Flexibilität, die Möglichkeit, die eigenen Fähigkeiten und Leidenschaften einzubringen oder auch die Chance, sich durch eine nebenberufliche Selbständigkeit finanziell zusätzlich abzusichern.

Gerade im Gesundheitsbereich eröffnen sich spannende Möglichkeiten, sei es in der Beratung, Prävention, im Coaching oder als Referentin. So verlockend die Aussicht einer Selbständigkeit erscheint, so wichtig ist es, sich vor einem solchen Schritt mit den harten Realitäten einer Selbständigkeit als Diabetesberaterin auseinanderzusetzen. Eine selbständige Unternehmerin, ein selbständiger Unternehmer arbeitet eigenverantwortlich und hat fachliche Entscheidungsfreiheit, gleichzeitig trägt sie bzw. er aber auch das unternehmerische Risiko und hat kein monatlich konstantes Einkommen. Eine erfolgreiche Tätigkeit als Selbständige setzt daher umfassende Informationen, fachliche und ggf. kaufmännisches Wissen sowie solide Planung und Beratung voraus.

Schlüssel zum Erfolg

Für eine erste Orientierung hat der VDBD daher seine Merkblatt-Reihe jüngst um eine Ausgabe zum Thema "Selbständigkeit als Diabetesberaterin" erweitert. In fünf Kapiteln werden kurz und prägnant die wichtigsten Aspekte aufgezeigt, die auf dem Weg in die Selbständigkeit recherchiert und erarbeitet werden müssen. Da ist zunächst der Selbstcheck, ob man tatsächlich das notwendige Rüstzeug für eine selbständige Tätigkeit mitbringt. Eine selbständige Unternehmerin, ein selbständiger Unternehmer muss über bestimmte Eigenschaften und Fähigkeiten verfügen, um erfolgreich zu sein. Auch soziale Unterstützung durch die eigene Familie und/oder den Freundeskreis ist ein weiterer Erfolgsfaktor.

Tragfähige Geschäftsidee

Von zentraler Bedeutung und Fundament jeder Selbständigkeit ist eine realistische und tragfähige Geschäftsidee. Sie ist zudem Ausgangspunkt für den Businessplan, der wiederum für die Unternehmerin, den Unternehmer selbst, aber auch für andere als Handbuch der Selbständigkeit dient. Darüber hinaus sind die vielen administrativen und rechtlichen Rahmenbedingungen nicht zu unterschätzen, die rechtzeitig zu klären sind. Hier lauten die Stichworte: Freiberuflichkeit, Scheinselbständigkeit, Steuern, Honorare oder Versicherungen. Eine Checkliste am Ende des VDBD-Merkblattes bietet einen schnellen Überblick, ob man an alles gedacht hat.

Beratungsstellen nutzen

Das Merkblatt des VDBD zur Selbständigkeit erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Der VDBD übernimmt auch keine Haftung für die gemachten Aussagen - zu individuell die Rahmenbedingungen jedes Menschen, die ebenfalls berücksichtigt werden müssen. Zudem können sich Gesetze und Regulierungen jederzeit ändern.

Daher empfiehlt das Merkblatt des VDBD, mit einer versierten Steuerberaterin, einem versierten Steuerberater zusammen zu arbeiten, die Beratungsmöglichkeiten durch regionale Gründungszentren wahrzunehmen, die manchmal spezifische Angebote für Frauen im Portfolio haben. Auch vorbereitende Seminare, wie das der VDBD AKADEMIE mit der Rechtsanwältin Ute Coulmann, bieten den Austausch unter Gleichgesinnten und einen sachlichen Blick auf eine Selbständigkeit.

© VDBD
Merkblatt

Letztlich ist Selbständigkeit ein Beruf wie jeder andere, der seine Vor- und Nachteile hat. Die Vorteile liegen auf der Hand: ein größerer Gestaltungs- und Entscheidungsfreiraum und flexible Arbeitszeiten und damit bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Gleichzeitig gehört zu den Realitäten der Selbständigkeit, dass man nicht über ein gesichertes, d.h. monatlich konstantes Einkommen verfügen kann und das unternehmerische Risiko trägt. Nicht nur der Lebensunterhalt, sondern auch die Kosten für Steuern, Sozialversicherungen oder Krankheit und Urlaub müssen selbst erwirtschaftet werden.


Autorin:
© privat
Dr. Gottlobe Fabisch
Geschäftsführerin VDBD e.V. und VDBD AKADEMIE GmbH


Erschienen in: Diabetes-Forum, 2026; 38 (2) Seite 39