Mit rund 4 200 Besucherinnen und Besuchern bot die DDG-Herbsttagung 2025 in Mannheim erneut einen eindrucksvollen Rahmen für diabetologische Wissenschaft, Versorgung und Austausch.

Am 07. und 8. November 2025 wurde Mannheim zum Zentrum der Diabetesforschung und -versorgung: Im Congress Center Rosengarten fand die Diabetes Herbsttagung unter dem zentralen Motto "Leinen los, gemeinsam zu neuen Ufern!" statt. Mit 4.200 Teilnehmenden vor Ort zeigte die Veranstaltung erneut ihre Bedeutung als zentrale Plattform für den Austausch von Wissen und Erfahrungen in der Diabetologie. Neben aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen standen auch praktische Ansätze für die Therapie im Fokus. Zahlreiche Diabetesberater:innen, Diabetesassistent:innen sowie Fachkräfte aus dem Gesundheitswesen reisten aus ganz Deutschland an, um Kontakte zu knüpfen, sich fortzubilden und neue Impulse für ihre Arbeit mitzunehmen.

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Moderatorenteam: v.l. Yvonne Häusler und Theresia Schoppe.

Ein besonderer Höhepunkt stellte das traditionelle VDBD-Symposium am Freitagnachmittag dar. Im Museumssaal versammelten sich 811 Teilnehmende und folgten gespannt dem abwechslungsreichen Programm. Die Veranstaltung wurde von Theresia Schoppe, stellvertretende Vorsitzende des VDBD-Vorstands, und Yvonne Häusler, ebenfalls Vorstandsmitglied, moderiert. Beide führten das Publikum souverän durch die Vorträge und sorgten mit ihrer dynamischen Moderation für eine angenehme Atmosphäre.

Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und therapeutische Entwicklungen

Den Auftakt des VDBD-Symposiums 2025 gestaltete Laura Klinker, MSc Psychologie vom Diabetes-Zentrum Bad Mergentheim, mit einem Vortrag zur "Diskriminierungssensiblen Versorgung von Menschen mit Diabetes". Sie beleuchtete eindrucksvoll, wie stark Stigmatisierungs- und Diskriminierungserfahrungen das tägliche Selbstmanagement beeinflussen können und wie wichtig eine reflektierte, psychologisch fundierte Betreuung für Menschen mit Diabetes ist. Dabei zeigte sie praxisnahe Ansätze auf, die Diabetesfachkräfte im Beratungsalltag direkt anwenden können. Es folgte Dr. med. Tobias Wiesner, Ärztlicher Leiter des MVZ Stoffwechselmedizin Leipzig und Vizepräsident der DDG, mit seinem Beitrag zum "Primärarztsystem und der Rolle der diabetologischen Schwerpunktpraxis". Er ging auf strukturelle Herausforderungen im Versorgungssystem ein und stellte Lösungswege vor, wie hausärztliche und spezialisierte diabetologische Leistungen optimal ineinandergreifen können, um eine verlässliche, qualitätsgesicherte Versorgung zu gewährleisten. Ein weiterer wissenschaftlicher Höhepunkt war der Vortrag von Prof. Dr. med. Martin Heni, Universitätsklinikum Ulm, zum Thema "Insulinwirkung im Gehirn und deren Einfluss auf den Stoffwechsel des gesamten Körpers". Prof. Heni veranschaulichte neueste Erkenntnisse zu zentralnervösen Insulinwirkungen und deren Bedeutung für Adipositasentwicklung, Insulinsensitivität und Prävention des Typ-2-Diabetes. Seine Forschung verbindet klinische und experimentelle Perspektiven – entsprechend groß war das Interesse im Publikum. Einen hochaktuellen Überblick über neue Wirkstoffe bot anschließend Dr. rer. med. Lars Hecht vom RED-Institut Oldenburg in seinem Vortrag "Update Medikamente: Von smarten Insulinen bis Triagonisten". Er präsentierte die neuesten Entwicklungen in der medikamentösen Therapie und zeigte deren Potenzial für die individuelle und evidenzbasierte Versorgung von Menschen mit Diabetes.

Berufsbezogene Weiterentwicklung und besondere Auszeichnungen

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der beruflichen Weiterbildung. Dr. Gottlobe Fabisch, Geschäftsführerin der VDBD AKADEMIE, stellte aktuelle Programme, neue Formate und die strategische Weiterentwicklung der Akademie vor, die sich gezielt an den Bedürfnissen von Diabetesfachkräften orientieren. Ein besonders emotionaler Moment war die Verleihung des VDBD-Ehrenpreises an Elisabeth Schnellbächer. In einer warmherzigen Laudatio würdigte Kathrin Boehm ihre jahrzehntelange Tätigkeit als Diabetesberaterin, Pädagogin und ehemalige VDBD-Vorsitzende. Mit ihrer Arbeit hat sie die Profession, die Verbandsstrukturen und die Weiterbildungslandschaft maßgeblich geprägt – insbesondere durch die Initiierung wichtiger Leitfäden und ihre zentrale Rolle beim Aufbau der VDBD AKADEMIE. Mit ihrer berührenden Dankesrede zog sie das Publikum noch einmal ganz in ihren Bann.

VDBD-Ehrenmedaille für Elisabeth Schnellbächer
Mit der Verleihung der VDBD-Ehrenmedaille würdigt der Verband auch in 2025 wieder eine Persönlichkeit, die die Entwicklung des VDBD über viele Jahre entscheidend geprägt hat: Elisabeth Schnellbächer. Die ausgebildete Krankenschwester, staatlich anerkannte Diabetesberaterin und studierte Pädagogin war jahrzehntelang in einer hausärztlichen Praxis mit diabetologischem Schwerpunkt tätig. Dort verantwortete sie Patientenschulungen, Mitarbeiterqualifikation und Qualitätsmanagement. Parallel engagierte sie sich in der Erwachsenenbildung sowie an Schulen und brachte ihre pädagogische Expertise in zahlreiche ärztliche Fortbildungsprojekte ein. Zudem war sie Mitglied der Steuerungsgruppe des ersten Studiengangs "Physician Assistant" in Rheinland-Pfalz an der Hochschule Kaiserslautern. Für ihr berufspolitisches Engagement erhielt Elisabeth Schnellbächer mehrfach hohe Auszeichnungen, darunter die Dr. Rolf-Eckart Hoch-Medaille, die Walter-Kreienberg-Medaille sowie die Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz. Dem VDBD ist sie seit 1997 eng verbunden. 2007 wurde sie Mitglied des Vorstandes, von 2011 bis 2016 war sie Vorstandsvorsitzende. In dieser Zeit initiierte sie die VDBD-Tagung, wirkte als Ko-Autorin an den VDBD-Leitfäden zur Glukoseselbstmessung und zur Injektion bei Diabetes mellitus mit und legte wichtige strategische Weichen für die Zukunft des Verbandes – darunter die Verlegung der Geschäftsstelle nach Berlin und die Gründung der VDBD AKADEMIE. Letztere etablierte sich unter ihrer Mitwirkung als feste Größe in der Fortbildungslandschaft für die gesamte Diabetes Community und einem Preisvorteil für VDBD-Mitglieder. Unvergessen bleibt auch das Präventionsprojekt "NullkommaNix", das Grundschulkindern spielerisch gesundes Essen näherbrachte und bundesweit viele Diabetesberaterinnen und Diabetesberater zum Mitmachen motivierte. Auch nach ihrer Vorstandstätigkeit blieb Elisabeth Schnellbächer dem VDBD verbunden und unterstützte bis 2023 die VDBD AKADEMIE als Pädagogische Leiterin. Mit der Ehrenmedaille bringt der Verband seinen Dank für ihr außergewöhnliches, nachhaltiges und wirkungsvolles ehrenamtliches Engagement zum Ausdruck.
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Kathrin Boehm überreicht Elisabeth Schnellbächer (r.) die Ehrenmedaille.

Praktische Impulse für die berufliche Realität

Im Anschluss stellte Sebastian Bittner, Diabetesberater DDG und Vorstandsmitglied des VDBD, die neu aufgelegten VDBD-Gehaltsempfehlungen vor. Er erläuterte deren Bedeutung für berufliche Orientierung, faire Vergütung und Transparenz innerhalb der Profession. Ein stark nachgefragtes praxisnahes Thema griff danach Theresia Schoppe, Diabetesberaterin DDG und stellv. VDBD-Vorsitzende, auf. In ihrem Vortrag "Nebenberuflich selbständig – Theorie und Praxis" gab sie Einblicke in Chancen, Strukturen und Herausforderungen der nebenberuflichen Selbstständigkeit – ein Bereich, der für viele Diabetesfachkräfte zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Resümee: Ein Symposium, das verbindet

Das VDBD-Symposium auf der DDG-Herbsttagung 2025 bestätigte eindrucksvoll die Bedeutung der engen Verzahnung von wissenschaftlichen Erkenntnissen, professioneller Weiterentwicklung und praktischer Versorgungskompetenz. Mit über 800 teilnehmenden Diabetesfachkräften bot die Veranstaltung ein vielseitiges Programm und unterstrich erneut die Rolle des VDBD als starke Plattform für Austausch, Vernetzung und fachliche Qualifizierung.


Autorin:
© privat
Ria Grosse, VDBD
Referentin der Geschäftsführung
Redakteurin Online/Print


Erschienen in: Diabetes-Forum, 2026; 38 (1) Seite 40-41