Am 20. und 21. März 2026 fand die Fachtagung "Diabetes in Sachsen 2026" in Dresden statt. Die traditionsreiche Veranstaltung hat sich seit vielen Jahren zu einem festen Bestandteil der diabetologischen Fortbildungslandschaft in Sachsen entwickelt und konnte in diesem Jahr 460 Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrüßen. Damit wurde die wachsende Bedeutung dieses regionalen Formats erneut eindrucksvoll unter Beweis gestellt.
Organisiert wurde die Tagung – wie auch schon in den Vorjahren – von der Sächsische Gesellschaft für Stoffwechselkrankheiten und Endokrinopathien (SGSE) in Zusammenarbeit mit dem Sächsischer Hausärztinnen- und Hausärzteverband, dem Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland (VDBD) sowie dem Berufsverband der niedergelassenen Diabetologen Sachsens. Das bewährte Konzept eines jährlichen Wechsels zwischen Leipzig, Dresden und Chemnitz trägt weiterhin maßgeblich zur regionalen Vernetzung und Identifikation innerhalb der sächsischen Diabetes-Community bei. Inhaltlich bot die Tagung ein breites Spektrum an aktuellen Themen aus der Diabetologie, Endokrinologie und Adiposiologie. Neben wissenschaftlichen Updates zu diabetischen Spätkomplikationen, modernen Therapieoptionen und technischen Innovationen standen insbesondere praxisnahe Inhalte und der interprofessionelle Austausch im Vordergrund.
Schwerpunkt Beratungs- und Schulungsberufe
Ein besonderer Fokus lag auch 2026 auf dem Programm für Diabetesberatungs- und Schulungsberufe, das durch den VDBD organisiert wurde. Die Leitung und Moderation übernahm erneut Susanne Läritz, AG-Sprecherin Sachsen des VDBD. Zum Auftakt informierte sie über aktuelle Entwicklungen im Verband, darunter Vorstandswahlen, die neu gestaltete Internetseite sowie den Innovationsnewsletter. Zudem wurde auf den kommenden Diabetesassistentenkurs in Leipzig hingewiesen – ein wichtiges Angebot zur Qualifizierung des diabetologischen Assistenzpersonals.
Im Anschluss wurde per Video Prof. Dr. Barbara Ludwig, Oberärztin am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, zugeschaltet. In ihrem Vortrag zur Insulinpumpentherapie gab sie einen anschaulichen Überblick über die Entwicklung der Insulintherapie – von den Anfängen bis hin zu modernen Closed-Loop-Systemen. Dabei wurde deutlich, wie rasant sich die technologischen Möglichkeiten in der Diabetestherapie weiterentwickeln und welche Perspektiven sich daraus für die Versorgung ergeben.
Im weiteren Verlauf referierte Dr. Cornelia Woitek, Fachärztin für Innere Medizin aus Wurzen, zum Thema "Diabetes und Hygiene" mit besonderem Schwerpunkt auf der Wundhygiene. Ihr Vortrag zeichnete sich durch eine hohe Praxisrelevanz aus: Neben strukturellen Anforderungen an eine Praxis wurden auch Aspekte wie die Aufbereitung von Dienstkleidung thematisiert. Der Fokus lag jedoch klar auf der korrekten Durchführung der Wundreinigung – ein zentraler Bestandteil der täglichen Arbeit in der Diabetesversorgung.
Den Abschluss des Programmblocks gestaltete Dr. Ulrike Schatz, Fachärztin für Innere Medizin aus Dresden, mit einem Vortrag zur Lipidtherapie. Anhand zahlreicher Fallbeispiele vermittelte sie komplexe Inhalte besonders praxisnah und verständlich. Das durchweg positive Feedback aus dem Plenum unterstrich die hohe Qualität des Vortrags. Als zentrales Fazit wurde hervorgehoben, dass eine erfolgreiche Therapie nur in Kombination mit nachhaltigen Lebensstiländerungen und strukturierter Patientenschulung möglich ist. Ergänzend verwies sie auf Patientenmaterialien der D•A•CH-Gesellschaft zur Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen - https://www.dach-praevention.eu/fuer-patienten/.
Interdisziplinärer Austausch im Fokus
Neben dem Programm für Beratungs- und Schulungsberufe bot die Tagung zahlreiche weitere Programmpunkte, darunter ein DMP-Update, Vorträge zu diabetischen Folgeerkrankungen sowie aktuelle Entwicklungen in der Adipositastherapie und Diabetologie. Auch berufspolitische Themen wurden im Rahmen eines eigenen Programmblocks diskutiert. Ein wesentlicher Bestandteil der Veranstaltung war – neben der fachlichen Fortbildung – der persönliche Austausch. Die Industrieausstellung sowie der Gesellschaftsabend in unmittelbarer Nähe zur Dresdner Frauenkirche boten hierfür ideale Rahmenbedingungen und wurden von den Teilnehmenden intensiv genutzt.
Fazit
"Diabetes in Sachsen 2026" knüpft nahtlos an die Erfolge der Vorjahre an und bestätigt die Bedeutung regionaler Fortbildungsformate für die Qualität der Diabetesversorgung. Die gelungene Kombination aus wissenschaftlicher Aktualität, hoher Praxisrelevanz und interdisziplinärem Austausch macht die Tagung zu einem unverzichtbaren Treffpunkt für alle in der Diabetologie tätigen Berufsgruppen in Sachsen. Mit steigenden Teilnehmerzahlen und durchweg positiver Resonanz darf bereits jetzt mit Spannung auf die nächste Veranstaltung im Jahr 2027 geblickt werden.
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Erschienen in: Diabetes-Forum, 2026; 38 (2) Seite 40-41
