Für Menschen mit Diabetes, die ein erhöhtes Risiko für schwere Hypoglykämien haben, ist eine gute Vorbereitung essentiell, damit sie und die Menschen in ihrem persönlichen Umfeld Notfallsituationen gut bewältigen können. Diabetesfachkräfte legen den Schwerpunkt im Beratungsgespräch auf detaillierte Notfallpläne und eine gute Schulung im Umgang mit Glukagonpräparaten für die Ersthilfe. Dies zeigen Ergebnisse einer Umfrage.

Bei einer Therapie mit Insulin, Sulfonylharnstoffen oder Gliniden kann es zu Hypoglykämien kommen, die in seltenen Fällen auch schwer ausfallen können. Betroffene sind in diesen Notfällen auf die schnelle Hilfe von Menschen in ihrem persönlichen Umfeld angewiesen. Die richtige Bewältigung von schweren Hypoglykämien gehört daher zu den wichtigsten Themen der Diabetesschulung. Dabei gilt es eine bestmögliche Vorbereitung auf den Notfall zu vermitteln, ohne unnötig Ängste zu schüren. Wie Diabetesfachkräfte mit dieser Herausforderung umgehen, war Gegenstand einer Umfrage des VDBD e.V. und von Lilly Deutschland unter 105 Diabetesfachkräften.

Glukagon nicht nur bei Typ-1-Diabetes

Die Antworten zeigen, dass den Fachkräften das gemeinsame Erarbeiten eines Notfallplans besonders wichtig ist, in dem die im Falle einer schweren Hypoglykämie erforderlichen Maßnahmen festgehalten werden. 91 % der Befragten erarbeiten mit ihren Patienten solche Notfallpläne. Als häufigster Inhalt des Plans wurde Wissensvermittlung über schwere Hypoglykämien genannt. Nächsthäufigster Inhalt war die Information über Glukagonpräparate und den richtigen Umgang mit diesen Medikamenten.

Glukagonhaltige Präparate, die auch von medizinischen Laien in einer Notsituation angewendet werden können, sind in vielen Praxen wichtiger Bestandteil der Vorbereitung auf den Fall der Fälle. 77 % der Umfrageteilnehmer berichten, dass in ihrer Praxis alle Patienten mit Typ-1-Diabetes mit einem solchen Medikament versorgt werden. Bei 19 % der Praxen beschränkt sich dies auf Patienten mit Typ-1-Diabetes mit einem erhöhten Hypoglykämie-Risiko. In der Hälfte der Praxen erhalten auch Patienten mit Typ-2-Diabetes, die mit einem Mahlzeiteninsulin behandelt werden und bei denen ein erhöhtes Risiko für schwere Hypoglykämien vorliegt, ein Glukagonpräparat.

Angehörige werden einbezogen

Damit die Notfallhilfe klappt, ist es sinnvoll auch die Menschen im Umfeld von Patienten in die Schulung einzubeziehen, die als Helfer in Frage kommen – beispielsweise Angehörige oder enge Freunde. Diabetesfachkräfte berichteten in der Umfrage vielfach, dass sie diesen Personenkreis gemeinsam mit den Patienten schulen. Ebenso häufig wurde berichtet, dass individuell auf Angehörige zugeschnittene Einzel- oder Gruppenschulungen zur Hypoglykämie-Bewältigung angeboten werden. Ein Teil der Befragten nehmen dabei vor allem eine Schulung der Angehörigen zur richtigen Anwendung von Glukagonpräparaten vor.

Auf diese Weise steuern die Diabetesfachkräfte in der Beratung das Ziel an, dass sie in der Umfrage als besonders wichtig bewerteten: Betroffene gut zu informieren und auf den Notfall einer schweren Hypoglykämie vorzubereiten.


Quelle: Pressemitteilung von Lilly Deutschland