Abbott gab Real-World-Daten aus drei Studien bekannt, die umfassende Einblicke in die weltweite Verwendung der FreeStyle Libre Glukose-Messsysteme und deren Auswirkungen auf die Gesundheit von Diabetes-Patienten geben. Die neuen Analysen, die erstmals auch Daten aus den USA beinhalten, zeigten klare Vorteile für die Verwender auf, wie z. B. ein geringeres Risiko prolongierter Hypoglykämien und eine bessere Glukosekontrolle, wenn bei den Mahlzeiten nicht nur der Glukosewert, sondern auch der Trendpfeil berücksichtigt wird.

Fast 500.000 Datensätze ausgewertet

Die Ergebnisse wurden auf der 12. ATTD (Advanced Technologies & Treatments for Diabetes) Konferenz in Berlin vorgestellt. Die erweiterten Real-World-Daten, die Datensätze von nahezu 500.000 der weltweit über 1,3 Millionen Verwender des FreeStyle Libre Systems umfassen, bestätigten zudem anhaltende klinische Vorteile durch häufiges Scannen, wie z. B. eine Verkürzung der Zeiten im hyperglykämischen und hypoglykämischen Bereich sowie eine Verlängerung der Zeiten im optimalen Glukosebereich. Bei den FreeStyle Libre Messsystemen werden die Glukosewerte über einen Sensor abgelesen, der auf der Rückseite des Oberarms getragen wird, sodass das routinehafte Fingerstechen der konventionellen Blutzuckermessung entfällt*.

"Es gibt keinen besseren Beweis für die Wirksamkeit des FreeStyle Libre Systems als diese Daten, die uns zeigen, wie die Menschen das System im Alltag verwenden", erklärte Jared Watkin, Senior Vice President von Abbott Diabetes Care. "Real-World-Evidenz in Kombination mit Daten aus klinischen Studien liefern wichtige Aufschlüsse über den Wert und den optimalen Einsatz eines Produkts. Abbott hat in den vergangenen Jahren Real-World-Daten von hunderttausenden FreeStyle Libre Verwendern präsentiert und aufgezeigt, wie Diabetes-Patienten die von uns entwickelte Technologie einsetzen und welche positiven Auswirkungen dies auf ihre Gesundheit hat."

Frühere Ergebnisse bestätigt: Häufiges Scannen kann Glukosekontrolle verbessern

Die Analyse (1) der Real-World-Daten der FreeStyle Libre Messsysteme bestätigte frühere Ergebnisse (2), wonach ein häufigeres Scannen zur Glukose-Selbstmessung mit besseren Glukosewerten assoziiert ist. Die Auswertung der Daten von fast 500.000 Verwendern aus 26 Ländern ergab unter anderem Folgendes (1):

  • Die Verwender führten pro Tag durchschnittlich zwölf Glukose-Scans durch.
  • Der geschätzte HbA1c-Wert (durchschnittlicher Glukosewert über einen Zeitraum von 90 Tagen) sank bei einer höheren Scanhäufigkeit von 8,2 % auf 6,7 %.
  • Bei Patienten mit häufigeren Scans verringerte sich die Zeit im hypoglykämischen Bereich um 31 % verglichen mit den Patienten, die ihre Werte nicht so häufig scannten.
  • Patienten mit häufigeren Scans befanden sich im Vergleich zu denjenigen, die nicht so häufig scannten, im Tagesverlauf wesentlich kürzer im hyperglykämischen Bereich.

Zweiter Scan innerhalb einer Stunde verringert längere Hypoglykämie-Phasen

Eine gesonderte Studie (3) ergab, dass sich die Wahrscheinlichkeit einer prolongierten Hypoglykämie bei den Personen, die innerhalb von 60 Minuten nach Messung eines niedrigen Glukosewertes (unter 70 mg/dl) einen erneuten Scan mit dem FreeStyle Libre System durchführten, mehr als halbierte (56 %) (3). Die Analyse zeigte zudem, dass die Häufigkeit einer längeren hypoglykämischen Phase und damit das Risiko unmittelbarer schwerer gesundheitlicher Komplikationen aufgrund des niedrigen Glukosespiegels bei einem Abstand von mehr als 60 Minuten bis zur zweiten Messung anstiegen.

Beachtung von Trendpfeilen ist für die Therapie sinnvoll

Die dritte auf der ATTD-Konferenz vorgestellte Studie (4) zeigte, dass es nicht nur auf die vom FreeStyle Libre System angezeigten Messwerte, sondern auch auf die Trendpfeile ankommt, die Verwendern Aufschluss darüber geben, ob ihre Glukosewerte momentan steigen, sinken oder stabil sind (4). Die Studie umfasste die Daten von fast 15.000 Verwendern und zeigte bedeutende Unterschiede bei postprandialen Hyperglykämien in Verbindung mit unterschiedlichen Glukosewerten und Trendpfeilen während der Mahlzeiten auf. Die Daten bestätigen klinische Leitlinien zur proaktiven Anpassung der Therapie und zu weiteren Maßnahmen wie Ernährung und körperlicher Bewegung auf Grundlage der Trendpfeile der FreeStyle Libre Systeme mit dem Ziel der Vermeidung hyper- und hypoglykämischer Ereignisse (5).

„Das FreeStyle Libre System bewirkt eine fundamentale Veränderung der Art und Weise, wie die betroffenen Menschen mit Diabetes umgehen. Von der proaktiven Therapieanpassung aufgrund der Trendpfeile bis zur engmaschigen Überwachung niedriger Glukosespiegel - die Ergebnisse dieser Studien zeigen, dass sich die Patienten stärker für ihre Gesundheit einsetzen, wenn ihnen die richtigen Informationen vorliegen“, erklärte Dr. Mahmood Kazemi, Divisional Vice President, Global Medical and Scientific Affairs, Diabetes Care bei Abbott.

Gegenwärtig verwenden mehr als 1,3 Millionen Diabetiker in 46 Ländern das FreeStyle Libre System. Die Kosten werden mittlerweile in 33 Ländern ganz oder teilweise von den Krankenkassen erstattet, u.a. in Deutschland, Frankreich, Irland, Japan, Großbritannien und in den USA.


* Beim Setzen des Sensors wird ein Messfühler unter die Haut eingeführt. Der Sensor kann bis zu 14 Tage lang getragen werden. Es gibt Situationen, in denen eine zusätzliche Prüfung Ihres Glukosewertes mittels Fingerstich und Blutzucker-Messgeräts erforderlich ist. Dies ist der Fall in Situationen mit sich schnell ändernden Glukosespiegeln, weil dann die Glukosewerte in der Gewebeflüssigkeit die Blutzuckerwerte eventuell nicht genau widerspiegeln, wenn der Trendpfeil Ihnen eine Hypoglykämie oder eine anstehende Hypoglykämie anzeigt; oder wenn Ihr Befinden / Ihre Symptome nicht mit den Messwerten des Systems übereinstimmen.


Literatur
(1) Lang, SR Jangam et al, Expanded Real-world Use Confirms Strong Association between Frequency of Flash Glucose Monitoring and Glucose Control. Vorgestellt bei der 12. ATTD-Konferenz (Advanced Technologies & Treatments for Diabetes) in Berlin. https://cmoffice.kenes.com/cmsearchableprogrammeV15/conferencemanager/programme/personid/anonymous/attd19/normal/b833d15f547f3cf698a5e922754684fa334885ed#!abstractdetails/0000258110
(2) Dunn T, Xu Y., Hayter G. Real-world Patterns of Blood Glucose and Ketone Measurement during Flash CGM - Poster 892-P 77th Scientific Sessions ADA 2017. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29278709
(3) Danne, Thomas et al. Real-world reduction of prolonged hypoglycemia with flash glucose monitoring: the importance of scanning again within the next hour. Presented at the 12th Advanced Technologies & Treatments for Diabetes (ATTD) in Berlin, Germany. https://cmoffice.kenes.com/cmsearchableprogrammeV15/conferencemanager/programme/personid/anonymous/attd19/normal/b833d15f547f3cf698a5e922754684fa334885ed#!abstractdetails/0000225240
(4) Jangam, Sujit R. et al. Pre-prandial glycaemic level and trend associations with post-prandial hyperglycaemia: A worldwide observational analysis. Vorgestellt bei der 12. ATTD-Konferenz (Advanced Technologies & Treatments for Diabetes) in Berlin. https://cmoffice.kenes.com/cmsearchableprogrammeV15/conferencemanager/programme/personid/anonymous/attd19/normal/b833d15f547f3cf698a5e922754684fa334885ed#!abstractdetails/0000258070
(5) Kudva, Yogish C et al. Approach to Using Trend Arrows in the FreeStyle Libre Flash Glucose Monitoring Systems in Adults. Journal of the Endocrine Society, Volume 2, Issue 12, 1 December 2018, Pages 1320–1337, https://doi.org/10.1210/js.2018-00294

Quelle: Pressemitteilung von Abbott