Es heißt „Gesetz für eine bessere Versorgung durch Digitalisierung und Innovation“ (Digitale Versorgung Gesetz, kurz: DVG). Was es bringt? Apps auf Rezept und einen leichteren Zugang zu weiteren digitalen Angeboten wie Online-Sprechstunden für Patienten.

E s soll die Digitalisierung des Gesundheitssystems vorantreiben: Das neue DVG, dessen Entwurf im Juli vom Kabinett beschlossen wurde. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) können Patienten damit u.a. Gesundheits-Apps einfacher anwenden.

Diabetesbereich ist „Vorreiter mit zertifizierten Apps“

Viele Menschen mit Diabetes nutzen heute schon täglich Diabetes-Apps, etwa um ihre Glukosewerte und das zu den Mahlzeiten zugeführte Insulin zu dokumentieren. Der Diabetesbereich sei hier „Vorreiter mit zertifizierten Apps“, erklärt diabetesDE – Deutsche Diabeteshilfe, in einer aktuellen Presseinfo – durch das Gütesiegel DiaDigital (www.diadigital.de, wir berichteten mehrfach).

Als Gemeinschaftsprojekt der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG), von diabetesDE, dem Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland (VDBD) und der Deutschen Diabetes-Hilfe – Menschen mit Diabetes (DDH-M) unter der Federführung der Arbeitsgemeinschaft Diabetes & Technologie (AGDT) wurde es 2017 eingeführt. Bei der Zertifizierung beurteilen Patienten und Behandler die zu prüfenden Anwendungen gemeinsam.

8 Diabetes-Apps tragen inzwischen dieses Siegel. „Der hohe Kriterienkatalog, den wir für jede Testung zugrunde legen, hat sich auf alle Fälle bewährt. Die Hersteller sind dankbar, wenn wir ihnen zurückspiegeln, dass ihre App noch Schwächen oder Fehler aufweist“, erklärt einer der beiden Projektleiter, Dr. Matthias Kaltheuner.

Kassen zahlen künftig auch Diabetes-Apps

Das neue Gesetz sieht vor, dass sich Patienten solche Apps künftig von ihrem Arzt verschreiben lassen können. Die Kosten übernehmen die Kassen. Damit dieses Procedere „möglichst unbürokratisch möglich ist“, will das BMG den Zugang für die Hersteller erleichtern. Das funktioniert so: Hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) die App auf Datensicherheit, Datenschutz und Funktionalität geprüft, erstatten die Krankenkassen diese für ein Jahr vorläufig.

„In dieser Zeit muss der Hersteller beim BfArM nachweisen, dass seine App die Versorgung der Patienten verbessert“, betont das BMG. „Wie viel Geld der Hersteller erhält, verhandelt er dann selbst mit dem GKV-Spitzenverband.“

Mit dem neuen Gesetz will das Ministerium zudem erreichen, dass Ärzte, die Videosprechstunden anbieten, für Patienten leichter zu finden sind. Über solche digitalen Angebote dürfen Behandler deshalb künfig informieren. Auch die elektronische Patientenakte sollen Patienten baldmöglichst flächendeckend nutzen können.



Autorin: Angela Monecke
Redaktionsbüro Angela Monecke
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Erschienen in: Diabetes-Forum, 2019; 31 (9) Seite 8