Die Zahl der verfügbaren AID-Systeme wächst kontinuierlich. Schon längst unterscheiden sie sich nicht mehr nur durch ihre Bauform oder Bedienung, sondern zunehmend durch Algorithmen und Automatisierungsgrade. Für Menschen mit Diabetes bedeutet das mehr Auswahl und Individualisierungsmöglichkeiten – für Diabetesteams aber auch eine größere Herausforderung in der strukturierten Aufklärung.
Die zentrale Frage im Beratungsgespräch lautet heute häufig nicht mehr: "AID ja oder nein?", sondern vielmehr: "Welches System passt zu welchem Menschen?"
Der Artikel soll eine praxisnahe Orientierung bieten. Ziel ist kein vollständiger Produktvergleich, sondern ein strukturierter Leitfaden für Beratungsgespräche. Die konkreten Modelle werden nicht im Einzelnen vorgestellt. Ausführliche Informationen sind auf der Webseite der Arbeitsgemeinschaft Diabetes & Technologie der Deutschen Diabetes Gesellschaft e.V. (AGDT) zu finden: https://diabetes-technologie.de/service/steckbriefe/
Zulassung
Moderne AID-Systeme bestehen aus drei Komponenten: Insulinpumpe + CGM + Algorithmus, der die Systeme miteinander verbindet. Die Frage nach der Zulassung dieser Komponenten kann allen anderen Fragen vorangestellt werden, da sie die Auswahl je nach Alter, Schwangerschaftswunsch, zugelassenen Insulinen sowie der täglichen Gesamtinsulindosis und Körpergewicht einschränkt. Leider besteht in einigen deutschen Bundesländern zusätzlich das Problem, dass nicht jede Krankenkasse jedes System übernimmt.
Die Zulassung richtet sich nicht nur nach der Insulinpumpe bzw. dem Algorithmus, sondern auch den kompatiblen Sensoren, weshalb auch diese berücksichtig werden müssen.
- Wie alt die Person?
- Wird in absehbarer Zukunft eine Schwangerschaft angestrebt?
- Möchte die Person nur ein bestimmtes Insulin verwenden? Ist dieses zugelassen?
Kompatibilität mit Glukosesensoren
Ein "Mix and Match" aus allen drei Bestandteilen ist bisher noch nicht möglich. So kann die Festlegung auf einen bestimmten Glukosesensor die Auswahl an Insulinpumpen weiter einschränken. Wer flexibler ist und einen Wechsel des CGM-Systems nicht ausschließt, hat mehr Optionen. Einige AID-Systeme sind nur mit einem systemeigenen Glukosesensor kompatibel.
- Möchte oder kann die Person nur ein bestimmtes CGM nutzen (z.B. wegen der Zulassung, der Messgenauigkeit, Zuverlässigkeit)?
- Ist ein Wechsel auf ein anderes CGM möglich?
Insulinpumpensteuerung und Alarme
Je nach Insulinpumpenmodell kommen verschiedene Steuerungsmöglichkeiten in Frage: Bedienung direkt auf der Insulinpumpe, Steuerung über eigenes Smartphone, Steuerung über ein Steuerungsgerät (Handheld).
Hierbei gibt es keine grundsätzlich beste Lösung. Wer kein zusätzliches Gerät verwenden möchte, wählt eher ein Modell mit Steuerung auf der Insulinpumpe oder dem eigenen Smartphone. Wer nicht auf das eigene Smartphone angewiesen sein möchte, wählt eher ein System mit Steuerung auf der Insulinpumpe oder dem Handheld. Und wer weder auf Handheld noch Smartphone angewiesen sein möchte, wählt ein System mit Steuerung über die Insulinpumpe. Denn zu bedenken ist, dass bei einigen System für eine lückenlose Nutzung des AID-Modus das Smartphone bzw. Handheld in unmittelbarer Nähe gehalten werden muss. Je nach motorischen und technischen Fähigkeiten sind die Steuerungsmöglichkeiten bzw. Handhelds unterschiedlich gut geeignet.
Je nach System ist das Installieren von Updates mehr oder weniger einfach. Bei Apps z.B. lassen sich Updates sehr einfach übertragen. Gleichzeitig können Apps aber auch in ihrer Funktion beeinträchtigt werden, wenn das Smartphone selbst ein Update erhält. Je nach System werden Updates und unterschiedlicher Frequenz angeboten.
Dazu kommt die Frage nach der Verwaltung des CGM und den Alarmen. Teilweise ist es erforderlich, das CGM weiterhin über die CGM-App auf dem Smartphone zu managen, um Alarme zu erhalten. Manchmal muss die CGM-App aber auch deinstalliert werden, um es im Algorithmus nutzen zu können. Und bei wieder anderen Modellen wird das CGM nur mit der Insulinpumpe verbunden, kann ggf. aber zusätzlich mit dem Smartphone gekoppelt werden. Wer z.B. das CGM nicht mit dem eigenen Smartphone verwalten kann oder möchte, kann bestimmte AID-Systeme nicht nutzen. Daher sollte unbedingt im Vorfeld die Kompatibilität geprüft werden! Weitere Informationen werden über die jeweiligen Hersteller bereitgestellt.
Insulinpumpen und CGM-Systeme verfügen zudem über unterschiedliche Alarm- und Warnfunktionen. Daher sollte auch besprochen werden, wie hoch der Bedarf nach Individualisierung der Alarme/Warnungen ist, wie laut oder leise diese abgegeben werden sollen, ob die Lautstärke veränderbar ist und die Lautausgabe ggf. auch deaktiviert werden kann (z.B. für das Stoppen und Starten der Insulinabgabe).
- Möchte die Person die Insulinpumpe nicht ständig in die Hand nehmen müssen und deshalb lieber ein Handheld oder das eigene Smartphone zu Steuerung nutzen (Diskretion)?
- Ist die Smartphone-Nutzung gewünscht? Ist die Smartphone-Nutzung erlaubt (z. B. Beruf, Schule)? Möchte die Person ständig auf Handheld/Smartphone angewiesen sein? Ist die Person oft ohne zusätzliche Geräte unterwegs?
- Wie gut ist die Person im Umgang mit dem Smartphone? Sind Tasten auf Insulinpumpe/Handheld/Smartphone groß genug für die Bedienung?
- Werden Alarme/Warnungen schnell überhört? Werden Alarme/Warnungen als störend empfunden? Besteht Wunsch nach hoher Individualisierung der Alarme/Warnungen? Sollen bestimmte Alarme/Warnungen deaktiviert bzw. stummgeschaltet werden können?
Schlauch oder schlauchlos?
Die für viele Menschen entscheidende Frage ist oft: "Schlauch"- oder "schlauchlose" Pumpe (Patch-Pumpe)? Ein Insulinpumpen-Modell kann beides: als Patch-Pumpe mit einem kurzen, außenliegenden Schlauch oder als Schlauch-Pumpe mit einem längeren Schlauch getragen werden.
Schlauch-Pumpen verfügen häufig über ein größeres Reservoir als Patch-Pumpen und ermöglichen häufig eine sehr feine Einstellung der Basalrate (kleine Schrittweite). Die Pumpe kann flexibel getragen werden, z.B. in der Hosentasche, in einer Bauch- oder Oberschenkeltasche, in spezieller Kleidung mit Taschen für die Pumpe, BH-Täschchen etc. Der Schlauch kann einige Menschen hinsichtlich des Tragekomforts jedoch stören, er kann sichtbar sein und hängen bleiben.
Patch-Pumpen bieten ggf. mehr Tragekomfort, der Fremdkörper kann aber auch als störend empfunden werden. Sie können diskret getragen werden und bieten ein hohes Maß an Bewegungsfreiheit. Die Reservoirgröße ist meist kleiner als bei Schlauch-Pumpen. Patch-Pumpen besitzen zudem immer eine Teflon-Kanüle, was einigen Personen Probleme bereiten kann (siehe "Reservoir und Infusionsset").
Ein Probetragen mit einem Dummy (gerne verschiedene Modelle, mit/ohne Schlauch) kann Vorurteile und Bedenken ausräumen. Es hat sich ebenfalls als hilfreich erwiesen, die verschiedenen Tragemöglichkeiten der Systeme vorzustellen.
Reservoir und Infusionsset
Die Größe des Reservoirs ist nicht unwichtig, da ein hoher Insulinbedarf bedeutet, dass kleine Reservoirs oder bestimmte Patch-Pumpen häufig gewechselt werden muss. Entsprechend sind Insulinpumpen mit kleinen Reservoirs häufig auch nur bei einer geringeren Gesamtinsulindosis zugelassen. Andersherum besteht bei einigen Systemen aber auch nicht die Möglichkeit, nur die benötigte Insulinmenge zu befüllen, was bei Menschen mit niedrigem Bedarf zu einer hohen Menge an verworfenem Insulin führt.
Auch bei Kathetern gibt es Unterschiede. So müssen Stahl-Kanülen alle zwei Tage, Teflon-Kanülen alle drei Tage gewechselt werden, aber auch hier gibt es Ausnahmen mit einer zugelassen Tragedauer von bis zu einer Woche. Teflon-Kanülen sind flexibel; viele Menschen empfinden sie angenehmer zu tragen, jedoch können diese schneller abknicken, was die Versorgung mit Insulin gefährdet. Sie müssen mit einer Setzhilfe ins Gewebe gesetzt werden. Bei vielen Infusionssets ist diese jedoch integriert. Zudem hinterlassen sie ein etwas größeres "Loch" im Gewebe. Mit Stahl-Kanülen ist das Risiko des Abknickens deutlich geringer, allerdings kann das Tragen als unangenehm empfunden werden, insbesondere bei niedrigem Körperfettanteil. Jedoch ist keine Setzhilfe erforderlich, weshalb sie praktisch sind "für unterwegs".
Einige Faktoren sind im ersten Moment weniger offensichtlich, spielen manchmal jedoch auch eine Rolle. So tauchen in Pumpen-Vorstellungsgesprächen auch Fragen auf zur Flexibilität der Kopplungsstellen (drehbar/fixiert), Farbe des Pflasters (weiß/helle Hautfarbe) oder dem allergischen Potenzial des Pflasters oder der Kanüle. Bei Nickelallergie und Wunsch nach Stahlkanüle sollte unbedingt die Zusammensetzung dieser geprüft werden (ggf. Hersteller anfragen). Bei vorbestehender Pflasterallergie kann bei einem Probetragen die Verträglichkeit des Pflasters eines konkreten Modells ausgetestet werden.
- Wie hoch ist der tägliche Insulinbedarf?
- Wie fein soll das Insulin dosiert werden können (z. B. bei Kindern)?
- Wie viel Tragekomfort ist gewünscht? Wird ein Schlauch als störend empfunden? Wird ein großer Fremdkörper auf der Haut als störend empfunden?
- Wie wichtig ist Ablegen der Pumpe, z. B. bei Sport, Schwimmen, Intimität?
- Wie wichtig ist Diskretion?
- Besteht Angst vor sichtbaren Nadeln oder sichtbarer Technik?
- Wie hoch ist das Risiko für Abreißen des Infusionssets (z. B. bei Kontaktsport, Erzieher:innen)?
- Wie hoch ist das Risiko für Versäumen des Katheterwechsels? Wie hoch ist das Risiko für Abszesse?
- Wie sind die motorischen Fähigkeiten (Wechsel von Katheter/Reservoir)?
- Gibt es Hautprobleme oder Allergien?
Größe, Gewicht, Farbe, Wasserdichtigkeit
Weitere äußerliche Faktoren können die Entscheidung beeinflussen, etwa Größe und Gewicht der Insulinpumpe, Farbe, Art des Displays (Bruchsicherheit, Bedienfeld, Touchscreen) oder Energieversorgung und Lademöglichkeit (interner Akku/eingelegte Batterie, Batterieart, Akkukapazität und Ladefrequenz). Auch hierfür lohnt es sich, alle Systeme zumindest als Dummy in Praxis oder Klinik vorzuhalten, damit Interessierte diese selbst in die Hand nehmen können. Wasserdichtigkeit und Höhenbereich können ebenfalls eine Rolle spielen, z.B. bei Sportarten wie Tauchen oder Bergsteigen.
Ein Insulinpumpen-Modell kann in 10 verschiedenen Farbkombinationen verordnet werden. Für andere Insulinpumpenmodelle bestehen jedoch Möglichkeiten der Individualisierung, z.B. durch bunte Kappen für die Patch-Pumpe, bunte Silikonhüllen für Schlauch-Pumpen oder auch Skins mit verschiedenen Motiven, die auf Pumpe oder Handheld geklebt werden können.
Auswertung der Daten mittels Cloud
Es gibt einen wichtigen Punkt, der im Vorfeld grundsätzlich besprochen werden sollte. Die Algorithmen arbeiten zwar lokal auf den Geräten, häufig liegt jedoch eine Cloud zugrunde, in welche regelmäßig Daten transferiert werden. Und selbst wenn der Algorithmus auch ohne Internet-Verbindung und Daten-Upload funktioniert, so ist doch zumindest für die Auswertung der Daten in Praxis oder Klinik (oder auch zuhause) eine Betrachtung der Daten in der Cloud sinnvoll. Auf der anderen Seite kann es sogar gewünscht sein, dass Daten online zur Verfügung stehen, z.B. wenn Daten mit Angehörigen geteilt werden sollen oder man sicherstellen möchte, dass der Algorithmus auch bei einem Wechsel des Smartphones noch läuft.
- Wie wichtig ist der Person der Schutz der eigenen Daten? Steht sie dem Datenaustausch sehr kritisch gegenüber?
- Ist es erforderlich/gewünscht, dass Daten mit Angehörigen geteilt werden können?
Nachhaltigkeit
Der Aspekt der Nachhaltigkeit sollte die medizinischen Gründe nicht überschatten, ist aber dennoch relevant und wird von vielen AID-Interessierten auch bewusst nachgefragt. Je nach System fällt eine unterschiedliche Menge Abfall an, teils auch Elektronikabfall. Es lohnt sich also, CGM-Systeme und Insulinpumpen auch in diesem Punkt miteinander zu vergleichen.
Software und Algorithmen
Abgesehen von den Äußerlichkeiten unterscheiden sich die verschiedenen AID-Systeme auch in ihren Algorithmen. Bis auf einen sind alle verfügbaren Algorithmen selbstlernend. Gerade für Menschen mit ständig wechselndem Tagesrhythmus (z.B. Schichtdienst) sind nicht-selbstlernende Algorithmen aber gut geeignet, da verschiedene Basalraten als Grundlage genutzt werden und zwischen diesen gewechselt werden kann. Bei allen anderen Modellen dient die programmierte Basalrate lediglich als Backup. Sie berechnen einen initialen Insulinbedarf, passen die Abgabe fortlaufend glukoseabhängig an und ermitteln so einen durchschnittlichen Insulinbedarf. Der Lerneffekt beträgt i.d.R. etwa fünf bis sechs Tage; die letzten drei Tage haben häufig den stärksten Effekt auf die aktuelle Abgabe. Bei vielen Insulinpumpen kann der AID-Modus sofort gestartet werden, einige Modelle benötigen eine kurze Lernphase.
Die Algorithmen unterscheiden sich in Arbeitsweise und Einstellungsmöglichkeiten. Auch hier gibt es wieder kein "gut" oder "schlecht", sondern nur ein "im individuellen Fall am besten geeignet". "Hektiker" und "Skeptiker" könnten sogar eher von einfacheren und wenig anpassbaren Algorithmen profitieren, da sie sonst schnell dazu verleitet werden, ständig in den Algorithmus einzugreifen. Und auch Menschen, die sich schnell von Technik überfordert fühlen, neigen eher zu den "einfacheren" Algorithmen. Hierbei muss jedoch erwähnt werden, dass es nicht zwingend erforderlich ist, alle Einstellungsmöglichkeiten vollumfänglich auszunutzen. Ein komplizierteres System sollte deshalb nicht per se ausgeschlossen werden. "Datenanalytiker" und "Feintuner" profitieren möglicherweise von Algorithmen, die viele Einstellungsmöglichkeiten bieten.
- Welches Glukoseziel ist sinnvoll? Ist dieses einstellbar? Ist es vielleicht sogar von Vorteil, wenn kein strenges (niedriges) Glukoseziel eingestellt werden kann?
- Wie viel Kontrolle ist die Person bereit abzugeben, wie viel möchte sie selbst eingreifen können? Ist es im Falle der betreffenden Person sinnvoll, dass er/sie eingreifen kann?
- Wie aggressiv soll der Algorithmus sein? Soll die Aggressivität einstellbar sein? Sind manuelle Korrekturen erforderlich und sinnvoll?
- Besteht ein Risiko für oder eine starke Angst vor Hypoglykämien?
- Wird viel Sport betrieben und wie reagieren die Glukosewerte?
- Wie geht der Algorithmus mit größeren Mengen Fett/Protein um?
- Wie ausgeprägt ist das Selbstmanagement? Werden häufig Mahlzeitenboli verpasst?
Was die Einstellungsmöglichkeiten betrifft, gibt es z.B. Unterschiede beim programmierbaren Glukoseziel und den einstellbaren Modi zu Erhöhung oder Reduktion der adaptiven Basalabgabe sowie ggf. der automatischen Korrekturen. Bei einigen Algorithmen kann die Aggressivität direkt eingestellt werden, bei anderen wird diese indirekt durch z.B. die Programmierung des Bolusrechners beeinflusst. Auch die Einstellungsmöglichkeiten des Bolusrechners unterscheiden sich; einige Algorithmen berechnen viele Parameter selbst und lassen keine Änderungen zu. Auch eine Änderung des Bolusvorschlages und manuelle Korrekturen werden nicht von jedem System zugelassen. Bis auf eine Ausnahme kann im AID-Modus kein Bolus verzögert abgegeben werden, aber manche Systeme bieten andere Möglichkeiten der Verzögerung an (z.B. Eingabe langsam resorbierbarer Kohlenhydrate). Ein System gibt den Bolus je nach Glukosewert biphasisch ab. Ein System kann Mahlzeiten erkennen und postprandial oder bei vermutetem verpasstem Bolus aggressiver nachkorrigieren. Je nach System korrigiert der Algorithmus mehr oder weniger häufig und aggressiv den Glukosewert automatisch.
- Tagesstruktur, Beruf, Sport, Schlafrhythmus, Familienkontext
- bisherige Therapie, Technikaffinität, Erfahrungen mit CGM, Diabetes Distress
- Tragekomfort, Diskretion, Grad der Automatisierung, Steuerung, Follow-Funktion, Glukoseziel, Glukoseschwankung
- nicht alle Systeme ausführlich vorstellen, Ausschluss bestimmter Systeme erklären und gezielt die passenden Optionen im Detail besprechen
- initiale Eingewöhnungsphase, Optimierung benötigt Zeit
- AID reduziert diabetesassoziierte Belastung, aber nicht zwingend das Selbstmanagement
- Eingabe von Kohlenhydraten weiterhin erforderlich
- AID erhöht Zeit im Zielbereich, fehlerhafte Eingaben können trotzdem zu Hypoglykämien führen
Fazit
Die moderne Insulinpumpentherapie bietet heute eine hohe Individualisierung und deutlich verbesserte therapeutische Möglichkeiten. Gleichzeitig steigt die Komplexität der Auswahl.
Für Diabetesteams wird die Rolle als Übersetzer zwischen Technik und Alltag immer wichtiger. Erfolgreiche Beratung bedeutet nicht, das "beste" System zu empfehlen, sondern das System zu finden, das langfristig zum Leben der jeweiligen Person passt.
Die zentrale Kompetenz liegt deshalb weniger im technischen Detailwissen allein, sondern in der Fähigkeit, Bedürfnisse, Ressourcen und Erwartungen der Betroffenen richtig einzuordnen.
Denn die beste Technologie nützt wenig, wenn sie nicht akzeptiert und nachhaltig genutzt wird.
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Erschienen in: Diabetes-Forum, 2026; 38 (3) Seite 32-35
