Der Andrang war groß, das Programm vielfältig, die Vortragssäle überfüllt: Fast 1000 Menschen nutzten am 19. September 2026 die Gelegenheit, sich beim Düsseldorfer Diabetes-Tag unter Federführung des Deutschen Diabetes-Zentrums (DDZ) zum Thema Gesundheit zu informieren, mit Betroffenen auszutauschen und Healthcare Professionals zu treffen.

Neben Diabetes und Herz als inhaltlichem Schwerpunkt wurden aktuelle Forschungsergebnisse, innovative Medikamente und Therapien sowie neue Entwicklungen der Diabetestechnologie vorgestellt. Stark frequentiert waren auch die zahlreichen Mitmach-Aktionen der mehr als 40 Partner in der begleitenden Ausstellung mit den Angeboten des Gesundheits-Parcours. Beim Risiko-Check für Herzinfarkt und Schlaganfall am Stand der Stiftung DHG (Diabetes | Herz | Gefäße) trafen wir vor allem auf Menschen mit hohem Interesse an gesundheitlicher Eigenvorsorge, die sich bestens mit den Zielen von Blutdruck und Glukoseeinstellung auskannten, aber weniger mit Werten bei LDL-/HDL-Cholesterin. Nach Entzündungsparametern und glomerulärer Filtrationsrate wurde gefragt, auch nach optimaler Behandlung.

© DDZ | Abb. 1 – 3: Neben Risiko-Check für Herzinfarkt und Schlaganfall gehörte der Test von Körperbalance und Koordination zu den Angeboten der Stiftung DHG (Diabetes I Herz I Gefäße). Die Zusammensetzung von Körperfett, Muskelmasse und Wasserhaushalt konnte bei der Deutschen Diabetes Stiftung (DDS) mittels Bioelektrischer Impedanz-Analyse gemessen werden.

Einen bleibenden Eindruck hinterließen die Geschichten von Betroffenen, die ein Spiegelbild dafür sind, was in der Versorgung besser laufen müsste: Der Patient mit 50 Jahren Diabetesdauer, der vor zehn Jahren zwei Koronar-Stents erhielt, sich drei Jahre später in einem Herzzentrum einer Bypass-OP unterzog und bis heute eine ambulante Anbindung an einen Kardiologen sucht. Eine Diabetespatientin mit transitorisch ischämischer Attacke (TIA) in der Vorgeschichte, die bei hochgradiger Carotisstenose mit beginnender Gesichtslähmung erst nach einem Vierteljahr stationär in der Neurologie aufgenommen wurde. Der Diabetespatient mit Herzerkrankung, der Statine und Blutdrucksenker abgesetzt hat, weil ihm jeder Arzt etwas anderes sagt und der nur noch seiner Homöopathin vertraut. Eine Patientin mit Diabetes, die sich seit Jahrzehnten in regelmäßigen Abständen auf Herz und Gefäße in einer spezialisierten Klinik untersuchen lässt, was dort aber nicht mehr gewährleistet ist. Diese Beispiele sind nur ein Auszug der Schilderungen vor Ort, von dem, was Betroffene erleben.

Die Suche nach der passenden Behandlung und die Orientierung im System scheinen schwieriger geworden zu sein, das nehmen wir als Stiftung von diesem Tag mit. Er hat uns gezeigt, dass der Bedarf an Unterstützung bei Betroffenen trotz besserer Behandlungsmöglichkeiten eher gewachsen ist. Die Beteiligung an Formaten wie dem Düsseldorfer Diabetes-Tag sollte für in der Betreuung tätige Healthcare Professionals, die den Anspruch haben, Menschen mit Diabetes optimal zu versorgen, verpflichtend sein.


Korrespondenzadresse:
Katrin Hertrampf
Pressestelle Stiftung DHG (Diabetes I Herz I Gefäße)
Georgstr. 11, 32545 Bad Oeynhausen


Erschienen in: Diabetes, Stoffwechsel und Herz, 2026; 35 (5) Seite 291