Bei der Behandlung des Typ-2-Diabetes stellt der Übergang von einer rein oralen Medikation auf eine zusätzliche Therapie mit Insulinen sowohl für Menschen mit Diabetes als auch für die betreuenden Ärzte und Diabetesberater eine Herausforderung dar. Dreh- und Angelpunkt für die Akzeptanz der Insulintherapie seitens der Betroffenen ist in dieser Phase eine intensive, vertrauensvolle Kommunikation zwischen den Patienten und dem Praxisteam. Dieses Fazit zogen Experten auf einer von Lilly Diabetes und Boehringer Ingelheim initiierten Roundtable-Diskussion. Hilfreich ist dabei auch der Einsatz eines einfach anzuwendenden Basalinsulins wie beispielsweise Abasaglar® (Insulin glargin).

Zwar steht mit den modernen Insulinen eine Therapieform zur Verfügung, mit der der Blutzuckerspiegel sehr effektiv gesenkt werden kann – dennoch erreichen etwa 50 Prozent der an Diabetes Erkrankten ihr Therapieziel nicht, berichtete Dr. Karsten Milek, Hohenmölsen. Hier spielen vielfältige Ängste und Vorbehalte gegenüber Insulin eine Rolle, die zu mangelnder Adhärenz und Therapieabbrüchen führen können. Betroffene befürchten vor allem Hypoglykämien, Einschränkungen im Lebensstil und soziale Stigmatisierung aufgrund der Anwendung von Spritzen, so der Diabetologe weiter. „Die höchste Abbruchrate sehen wir innerhalb der ersten drei Monate der Insulin-Anwendung. Daher ist die optimale Einführung des Patienten in das Erkrankungsmanagement mit Insulin von großer Bedeutung für den weiteren Therapieerfolg“, erklärte Milek.

Patienten in Therapieentscheidungen einbeziehen

Diese Einschätzung untermauern zwei aktuelle Studien, die von Milek vorgestellt wurden. Die 2-Jahres-Beobachtungsstudie MOSAIc* untersucht die Herausforderungen einer Insulintherapie-Eskalation bei Menschen mit Diabetes. Eine bereits veröffentlichte Auswertung von Baseline-Daten zur Adhärenz zeigt, dass die Wahrnehmung der Patient-Arzt-Interaktion durch die Studienteilnehmer einen großen Einfluss auf die Therapietreue und auch das Therapieergebnis hat.1

So führten eine wertschätzende Kommunikation, detaillierte Besprechung der Befunde und das Einbeziehen des Patienten in die Therapieentscheidung zu einer geringeren Belastung durch die Erkrankung, während eine hastige und diskriminierende Kommunikation diese Belastung erhöhte.1 Die Folgen einer hohen Belastung wiederum waren eine geringere Adhärenz und damit ungünstigere HbA1c-Werte bei den Studienteilnehmern.1

Zu ähnlichen Erkenntnissen kommt die Persistence-Studie, eine multinationale Patienten-Befragung, die Erfahrungen bei der Insulin-Initiierung und Gründe für bestimmte Persistenzmuster bei Menschen mit Diabetes untersuchte. Die Teilnehmer wurden, je nach ihren Eigenangaben innerhalb der ersten sechs Monate der Insulintherapie in „Therapietreue“, „Unterbrecher“ (d.h. Unterbrechung der Therapie für mindestens eine Woche) und „Abbrecher“ unterteilt.

Die Auswertung zeigte, dass Therapietreue und Unterbrecher zu einem signifikant höheren Anteil als Abbrecher berichteten, dass ihre Wünsche beim Start der Insulintherapie berücksichtigt worden waren.2 „Eine Kommunikation auf Augenhöhe mit dem Patienten spielt eine entscheidende Rolle für einen erfolgreichen Insulin-Start“, kommentierte Dr. Milek diese Ergebnisse. „Genauso wichtig ist eine positive Einstellung des Arztes zum Insulin, da sich diese auf den Patienten überträgt“.

Einfach durchzuführende Therapie bevorzugt

Auch bei der Auswahl des geeigneten Insulins sollten Patienten-Präferenzen berücksichtigt werden, um eine gute Adhärenz zu sichern, erklärte Dr. Martin Lange, Aschaffenburg. Dies sieht auch die Nationale Versorgungsleitlinie vor.3 „Patienten wünschen sich vor allem eine praktikable, einfach durchzuführende Insulintherapie“. Analoge lang wirkende Basalinsuline wie Insulin glargin ermöglichen laut Lange einen einfachen Einstieg, da sie nur einmal täglich injiziert werden müssen und eine schnelle Senkung des HbA1c- und Nüchtern-Blutzuckerwertes bei kalkulierbarem Hypoglykämierisiko bewirken.

Nach Erfahrungen des Diabetologen ist die einfache Handhabung von Basalinsulinen wie Abasaglar® ein Vorteil – dieses muss vor der Anwendung nicht geschwenkt oder gerollt werden, was eine gängige Fehlerquelle vermeiden hilft, und wird über den vorgefüllten KwikPenTM oder den wiederverwendbaren HumaPen Savvio® verabreicht.

Abasaglar® Einstellungsmappe als Unterstützung

„Hilfreich beim Insulin-Start sind auch praktische Servicematerialien, die den Patienten bei seinem Erkrankungsmanagement zu Hause
unterstützen“, sagte Ellen Rebmann, Diabetesberaterin in Fulda. Gute Erfahrungen hat Rebmann mit der Abasaglar®-Einstellungsmappe gemacht. Diese bietet neben Platz für Pens und Nadeln eine leicht verständliche Kurzanleitung zur Injektion und eine Infobroschüre. So können die Inhalte der Schulung in der Praxis zu Hause noch einmal nachgelesen und vertieft werden. Im Blutzucker-Tagebuch können Patienten mehrmals täglich ihre Blutzuckerwerte dokumentieren und mit Hilfe von Smileys ihr tägliches Befinden bewerten. „Patienten können so leicht sehen, wie es ihnen im Verlauf der Therapie immer besser geht. Dies ist eine gute Motivationshilfe“, berichtete Rebmann. Eine einfache Therapie in Kombination mit der Abasaglar®-Einstellungsmappe macht den Start der Insulintherapie so leicht wie derzeit möglich.


Referenzen
1 Linetzky B, et al. J Diabetes. 2016 Jul 1. doi: 10.1111/1753-0407.12443
2 Foundation of European Nurses in Diabetes (FEND) 21st Annual Conference; Munich, Germany; September 9-10, 2016; P08
3 Nationale Versorgungsleitlinie Therapie des Typ-2-Diabetes, 1. Aufl. Vers. 4, Nov. 2014

Quelle: Pressemitteilung Lilly/Boehringer Ingelheim