Thayakaran R, Perrins M, Gokhale KM, Kumaran S, Narendran P, Price MJ, Nirantharakumar K,Toulis KA; Birmingham, Vereinigtes Königreich; Diabet Med 2019; 36: 1013 – 1019

Fragestellung: Ziel war die Abschätzung, ob glykämische Kontrolle bei Personen mit neu diagnostiziertem Typ-1-Dia­betes mit einem lebenslang erhöhten Frakturrisiko assoziiert ist.

Methodik: Aus der Gesundheitsverbesserungs-Netzwerk-Datenbank wurden zwischen 1. Januar 1995 und 10. Mai 2016 Personen mit einem neu diagnostizierten Typ-1-Diabetes identifiziert. Es wurden longitudinale HbA1c-Messungen von Diagnose bis Fraktur, Studienende oder Studienabbruch erfasst. Ein Cox-proportionales Ereignismodell mit HbA1c als zeitabhängiger Variable wurde auf diese Daten angewandt.

Ergebnisse: Etwa 5 368 Personen mit neu diagnostiziertem Typ-1-Diabetes wurden eingeschlossen. Die abgeschätzte adjustierte Ereignisrate (aHR) für HbA1c war statistisch signifikant [aHR 1,007; 95-%-Konfidenzintervall (KI) 1,002 – 1,011 (mmol/mol) und aHR 1,07; 95 % KI 1,03 – 1,12 ( %)]. Ein zunehmend höheres Frakturrisiko wurde bei steigenden HbA1c-Werten beobachtet.

Schlussfolgerung: Bei Personen mit einem neu diagnostizierten Typ-1-Diabetes ist ein höheres HbA1c mit einem erhöhten Frakturrisiko assoziiert.

Kommentar: Die Studie kann nicht beantworten, ob die beobachteten Assoziationen zwischen erhöhtem HbA1c und Frakturrisiko möglichen Veränderungen der Knochenstruktur, einem erhöhten Risiko für Stürze (Hypoglykämie, Neuropathie) oder einer Kombination dieser und möglicherweise weiterer Faktoren zugeordnet werden können.



Autor: Prof. Dr. med. Martin O. Weickert
University of Warwick (UK)

Erschienen in: Diabetes-Congress-Report, 2019; 19 (4) Seite 49