Burkart V, Strassburger K, Zivehe F, Markgraf D, Herder C, Mussig K, Szendroedi J, Schloot N, Roden M, fur die GDS Gruppe; Düsseldorf, Deutschland; Diabet Med 2018; 35: 595 – 601

Fragestellung: Insulinresistenz könnte zur Pathogenese eines autoimmun verursachten Diabetes beitragen. Antikörper gegen Betazell-assoziierte Moleküle, welche Inselzellantigen (ICA), Glutamatsäure Decarboxylase (GAD) und Insulin beinhalten, charakterisieren den autoimmunen Prozess. Weil die Verbindung zwischen Insulinresistenz und Autoimmunität für Erkrankungsprogression und Behandlung relevant sein könnten, wurde hier hypothetisiert, dass bei neu diagnostiziertem Typ-1-Diabetes Insulinresistenz positiv assoziiert sein könnte mit gegen Betazellen gerichteten Antikörpern.

Methodik: Aus der Deutschen Diabetes-Studie, einer Beobachtungsstudie welche Erwachsenen mit neu diagnostiziertem Diabetes einschließt, wurden in einer Querschnittsstudie 142 Erwachsene [84 Männer, 58 Frauen; Alter 33,1 (26,4, 41,9) Jahre; Diabetesdauer 6,3 (4,2, 9,1) Monate], welche für mindestens einen Autoantikörper, ICA, GAD, oder Insulin positiv getestet wurden, mittels euglykämischen hyperinsulinämischen Clamps untersucht, zur Erfassung der Insulinsensitivität.

Ergebniss: Insulin gerichtete Antikörper waren invers korreliert mit M-Wert (β = -0,039). Obwohl nicht stark ausgeprägt, blieb diese Assoziation nach Adjustierung für Alter, Geschlecht und BMI, sowie auch nach weiterer Adjustierung für Störfaktoren, welche Exposition zu exogenem Insulin und Rest-Betazell sekretorische Kapazitat reflektieren, bestehen. Netzwerk-basierte Korrelationsanalysen zeigten eine komplexe Interaktion zwischen Nüchterninsulinkonzentrationen und Insulin-Antikörpern, mit Hinblick auf ihre Beziehung mit M-Wert. GAD- oder ICA-gerichtete Antikörper korrelierten nicht mit der Insulinsensitivität.

Kommentar: Es könnte eventuell auch gefolgert werden, dass die Untergruppe der ca. 25 % Erwachsenen mit neu diagnostiziertem Typ-1-Diabetes und nicht messbaren Insulin-Antikörpern ein erhöhtes Hypoglykämie-Risiko haben könnte. Zur Erhöhung der Fallzahlen wäre die Kombinierung von Clamp-Studien in einer Multicenterstudie interessant.



Autor: Dr. med. Martin O. Weickert
University of Warwick (UK)

Erschienen in: Diabetes-Congress-Report, 2018; 18 (3) Seite 39