Rawshani A, Sattar N, Franzén S, Rawshani A, Hattersley AT, Svensson AM, Eliasson B, Gudbjörnsdottir S; Göteborg, Schweden; Lancet 2018; 392: 477 – 486

Wissenschaftlicher Hintergrund: Patienten mit Typ-1-Diabetes haben ein erhöhtes Risiko für Mortalität und Herz-Kreislauf-Krankheiten, doch die aktuellen Leitlinien betrachten das Alter bei Diabetesbeginn nicht als wichtige Risiko-Stratifizierung. Es sollte deshalb untersucht werden, wie das Alter bei Typ-1-Diabetes-Diagnose mit der Exzess-Mortalität und dem kardiovaskulären Risiko korreliert.

Methoden: Es wurde eine landesweite, Register-basierende Kohortenstudie im nationalen schwedischen Diabetes-Register von Personen mit Typ-1-Diabetes und angepassten Kontrollpersonen aus der Allgemeinbevölkerung durchgeführt. Patienten mit wenigstens einer Registrierung zwischen 1. Januar 1998 und 31. Dezember 2012 wurden in die Studie eingeschlossen. Mit Cox-Regression und mit Anpassung an die Diabetesdauer wurde das Exzessrisiko für Gesamtmortalität, kardiovaskuläre Mortalität, nicht-kardiovaskuläre Mortalität, akuter Herzinfarkt, Schlaganfall, kardiovaskuläre Erkrankung (ein Komposit von akutem Herzinfarkt und Schlaganfall), koronare Herzkrankheit, Herzinsuffizienz, und Vorhofflimmern. Personen mit Typ-1-Diabetes wurden in fünf Gruppen unterteilt entsprechend ihrem Alter bei Diagnose: 0 bis 10 Jahre, 11 bis 15 Jahre, 16 bis 20 Jahre, 21 bis 25 Jahre und 26 bis 30 Jahre.

Ergebnisse: Es wurde eine landesweite, Register-basierende Kohortenstudie im nationalen schwedischen Diabetes-Register von Personen mit Typ-1-Diabetes und angepassten Kontrollpersonen aus der Allgemeinbevölkerung durchgeführt. Patienten mit wenigstens einer Registrierung zwischen 1. Januar 1998 und 31. Dezember 2012 wurden in die Studie eingeschlossen. Mit Cox-Regression und mit Anpassung an die Diabetesdauer wurde das Exzessrisiko für Gesamtmortalität, kardiovaskuläre Mortalität, nicht-kardiovaskuläre Mortalität, akuter Herzinfarkt, Schlaganfall, kardiovaskuläre Erkrankung (ein Komposit von akutem Herzinfarkt und Schlaganfall), koronare Herzkrankheit, Herzinsuffizienz, und Vorhofflimmern. Personen mit Typ-1-Diabetes wurden in fünf Gruppen unterteilt entsprechend ihrem Alter bei Diagnose: 0 bis 10 Jahre, 11 bis 15 Jahre, 16 bis 20 Jahre, 21 bis 25 Jahre und 26 bis 30 Jahre.

Interpretation: Das Alter bei Beginn eines Typ-1-Diabetes ist ein bedeutender Risikoindikator für das Überleben, wie auch für alle kardiovaskulären Endpunkte, mit dem höchsten Exzessrisiko bei Frauen. Ein größerer Fokus auf Kardioprotektion könnte bei Personen mit einem frühen Typ-1-Diabetes-Beginn gerechtfertigt sein.

Sponsor: Swedish Heart and Lung Foundation

Kommentar: Die Daten zeigen, dass trotz Erreichen einer längeren Lebensdauer und deutlichem Rückgang der Diabetes-Komplikationen der Beginn des Typ-1-Diabetes im Kindeslater eine sehr ernst zu nehmende Krankheit ist. Die propagierte Hoffnung auf eine Welt ohne Typ-1-Diabetes ist deshalb sehr berechtigt.



Autor: Prof. Dr. med. Hans Uwe Janka
Arcisstr. 61
80801 München

Erschienen in: Diabetes-Congress-Report, 2018; 18 (5) Seite 53