Geng T, Smith CR, Li C, Huang T , Epidemiologische Einheit, Saw Swee Hock School of Public Health, National University Singapore, Singapore; Diabetes Care 2018; 41: 1089 – 1096

Fragestellung: Um den kausalen Effekt des BMI während der Kindheit auf kardiometabolische Erkrankungen zu testen, wurde eine Mendel’sche Randomisierungsanalyse durchgeführt.

Studiendesign und Methodik: Es wurden 15 single Nucleotid-Polymorphismen als Variablen für den Kindheits-BMI genutzt, um den kausalen Effekt des Kindheits-BMI auf kardiometabolische Erkrankungen mit Hilfe von Summary-level-Daten von Konsortien zu testen.

Resultate: Eine Zunahme des Kindheits-BMI (kg/m²) um 1 SD war assoziiert mit einer 83 %igen Zunahme des Risikos für einen Typ-2-Diabetes (odds ratio [OR] 1,83 [95 % CI 1,46 – 2,30]; p = 2,5 × 10 – 7) und einer 28 %igen Zunahme des Risikos für eine koronare Herzkrankheit (CAD) (OR 1,28 [95 % CI 1,17 – 1,39]; p = 2,1 × 10 – 8) bei einem Bonferroni-adjustierten Signifikanzniveau (p = 0,017) im Erwachsenenalter. Außerdem war eine BMI-Zunahme um 1 SD in der Kindheit verbunden mit einer 0,587 SD-Zunahme des BMI (kg/m²) im Erwachsenenalter, einer Zunahme um 0,062 SD des Hüftumfangs (cm) und einer Zunahme des Taillenumfangs (cm) um 0,602 SD, einer Zunahme des Nüchterninsulins um log 0,111 pmol/l, einer Zunahme um log 0,068 des HOMA-ß (%) und einer Zunahme um log 0,126 (%) des HOMA-IR, einer Zunahme der Triglyceride (mg/dl) um 0,109 SD und einer Abnahme des HDL (mg/dl) um 0,138 SD bei Erwachsenen mit dem Bonferroni-adjustierten Signifikanzniveau (p< 0, 0026).

Schlussfolgerung: Eine genetische Prädisposition für einen höheren BMI in der Kindheit war assoziiert mit einem erhöhten Risiko für Typ-2-Diabetes und CAD im Erwachsenenalter. Die Resultate verdeutlichen die kausale Verbindung zwischen dem Kindheits-BMI und den Folgeproblemen.

Kommentar: Nicht nur werden aus übergewichtigen Kindern übergewichtige Erwachsene, sodass unsere gewichtsregulierenden Maßnahmen besonders bei Prädisposition im Kindesalter greifen müssen, ein höherer BMI im Kindesalter ist im Erwachsenenalter verbunden mit einem signifikant höheren Risiko für Typ-2-Diabetes und andere Komponenten des metabolischen Syndroms sowie ungünstigen kardiometabolischen Faktoren, was wiederum das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen erhöht. Wehret den Anfängen!



Autorin: Priv.-Doz. Dr. med. Kornelia Konz
Ärztin für Innere Medizin, Endokrinologie, Diabetologie Ernährungsmedizin
DKD HELIOS Klinik
Aukammallee 33
65191 Wiesbaden

Erschienen in: Diabetes-Congress-Report, 2018; 18 (3) Seite 41