Neal B, Wu Y, Feng X, Zhang R, Zhang Y, Shi J, Zhang J, Tian M, Huang L, Li Z, Yu Y, Zhao Y, Zhou B, Sun J, Liu Y, Yin X, Hao Z, Yu J, Li KC, Zhang X, Duan P, Wang F, Ma B, Shi W, Di Tanna GL, Stepien S, Shan S, Pearson SA, Li N, Yan LL, Labarthe D, Elliott P.N.; Beijing, China; Engl J Med. 2021;385(12):1067 – 1077.

Hintergrund: Salzersatzstoffe mit reduzierten Natriumspiegeln und erhöhten Kaliumspiegeln senken den Blutdruck, aber ihre Auswirkungen auf die kardiovaskulären und Sicherheitsergebnisse sind bisher nicht untersucht.

Methodik: Die Autoren führten eine offene, cluster-randomisierte Studie mit Personen aus 600 Dörfern im ländlichen China durch. Die Teilnehmer hatten in der Vorgeschichte einen Schlaganfall erlitten oder waren 60 Jahre oder älter wiesen einen Bluthochdruck auf. Die Dörfer wurden nach dem Zufallsprinzip im Verhältnis 1:1 der Interventionsgruppe zugeordnet, in der die Teilnehmer einen Salzersatz (75 % Natriumchlorid und 25 % Kaliumchlorid nach Massen) verwendeten, oder der Kontrollgruppe, in der die Teilnehmer weiterhin normales Salz (100 % Natriumchlorid) verwendeten. Das primäre Ergebnis war Schlaganfall, die sekundären Endpunkte waren schwere unerwünschte kardiovaskuläre Ereignisse und Tod aus irgendeiner Ursache, und das Sicherheitsergebnis war klinische Hyperkaliämie.

Ergebnisse: Insgesamt wurden 20 995 Personen in die Studie aufgenommen. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer betrug 65,4 Jahre, und 49,5 % waren weiblich, 72,6 % hatten eine Vorgeschichte von Schlaganfall und 88,4 % eine Geschichte von Bluthochdruck. Die mittlere Dauer der Nachbeobachtung betrug 4,74 Jahre. Die Schlaganfallrate war mit dem Salzersatz niedriger als mit normalem Salz (29,14 Ereignisse vs. 33,65 Ereignisse pro 1 000 Personenjahre; Ratenverhältnis, 0,86; 95 % Konfidenzintervall [KI], 0,77 bis 0,96; P = 0,006), ebenso wie die Raten der wichtigsten kardiovaskulären Ereignisse (49,09 Ereignisse vs. 56,29 Ereignisse pro 1 000 Personenjahre; Ratenverhältnis, 0,87; 95% KI, 0,80 bis 0,94; P<0,001) und Tod (39,28 Ereignisse vs. 44,61 Ereignisse pro 1 000 Personenjahre; Ratenverhältnis, 0,88; 95% KI, 0,82 bis 0,95; S <0.001). Die Rate schwerwiegender unerwünschter Ereignisse, die auf Hyperkaliämie zurückzuführen sind, war mit dem Salzersatz nicht signifikant höher als mit normalem Salz (3,35 Ereignisse vs. 3,30 Ereignisse pro 1 000 Personenjahre; Ratenverhältnis, 1,04; 95% KI, 0,80 bis 1,37; P = 0,76).

Schlussfolgerung: Bei Personen, die eine Schlaganfallgeschichte hatten oder 60 Jahre oder älter waren und Hypertonie hatten, waren die Schlaganfallraten, wichtige kardiovaskuläre Ereignisse und Tod mit dem Salzersatz niedriger als mit normalem Salz. (Finanziert vom National Health and Medical Research Council of Australia; SSaSS ClinicalTrials.gov Nummer, NCT02092090.).

Kommentar: Diese interessante Studie zeigt, dass schon eine 25%-ige Reduktion von Salz zu einer deutlichen relativen Risikoreduktion von 14% kardiovaskulärer Endpunkten führt. Die Studie wurde im ländlichen China durchgeführt, wo es wenig vorgefertige Nahrungsprodukte gibt, schon deshalb ist es schwierig, die Ergebnisse auf Deutschland zu übertragen. Letztlich zeigt sie jedoch, was mit einer Salzreduktion erreicht werden kann.



Autorin:
Prof. Dr. med. Nanette Schloot

Erschienen in: Diabetes-Congress-Report, 2021; 21 (5) Seite 50