López Tinoco C, Sánchez Lechuga B, Bacon S, Colclough K, Ng N, E, Goulden EL, Edwards J, Fleming A, Byrne B, Byrne MM; Dublin, Irland; Diabet Med 2021; 38:e14488

Fragestellung: Ziel war die Bestimmung der fetalen und mütterlichen Endpunkte bei schwangeren Frauen mit Glukokinase-Maturity-Onset-Diabetes bei Jugendlichen (GCK-MODY).

Methodik: Es wurden die Geburtshilfe- und perinatalen Endpunkte bei 99 Schwangerschaften in 33 Frauen mit GCK-MODY untersucht. Der Mutationsstatus war bei 29 Nachkommen bekannt und bei 33 der Nachkommen angenommen. Klinische Endpunkte wurden bestimmt und zwischen betroffenen (n = 39) und nicht-betroffenen (n = 23) Nachkommen verglichen.

Ergebnisse: In 59 % der Schwangerschaften wurde lediglich mit Diät behandelt und 41 % erhielten Insulin. Geburtsgewicht, Prozentzahl von „groß bezüglich des Schwangerschaftsalters“ (LGA) und Kaiserschnitt (CS) in nicht von GCK betroffenen Nachkommen waren signifikant höher als in GCK betroffenen Nachkommen (4,0 ± 0,7 vs. 3,4 ± 0,4 kg, p = 0,001), 15 (65 %) vs. 5 (13 %) (p = 0,00006) und 17 (74 %) vs. 11 (28 %) (p = 0,001). Ein früheres Gestationsalter bei Geburt bei Insulintherapie in nicht-betroffenen Nachkommen wurde beobachtet (38,3 ± 1,0 vs. 39,5 ± 1,5 Wochen, p = 0,03), ohne signifikante Änderung bei LGA (9 [82 %] vs. 6 [50 %]; p = 0,12); sowie eine höhere Rate von CS (8 [73 %] vs. 3 [11 %]; p < 0,001); und keine Anderung bezüglich LGA (0 [0 %] vs. 4 [14 %]; p = 0,30) bei betroffenen Nachkommen.

Schlussfolgerung: Insulinbehandlung bei nicht-betroffenen Nachkommen reduzierte LGA nicht und war mit früherem Gestationsalter bei Entbindung assoziiert. Insulinbehandlung bei von GCK betroffenen Nachkommen war assoziiert mit einer erhöhten Inzidenz für CS, aber nicht assoziiert mit negativen Effekten auf fetale Endpunkte. Der fetale Genotyp bestimmte das Geburtsgewicht, jedoch nicht die Behandlung. Vor-Schwangerschaftsdiagnose eines GCK-MODY, Verwendung von kontinuierlichem Glukosemonitoring und nicht-invasive fetale Genotypisierung könnte weitere Untersuchung einer gezielten Therapie dieser Erkrankung ermöglichen.

Kommentar: Die Ergebnisse bestärken frühere Daten einer Abhängigkeit des Geburtsgewichts vom fetalen GCK Genotyp, während die Art der Behandlung eines GCK weniger relevant scheint.



Autor:
Prof. Dr. med. Martin O. Weickert

Erschienen in: Diabetes-Congress-Report, 2021; 21 (4) Seite 45