Jenkins DJA, Dehghan M, Mente A, Bangdiwala SI, Rangarajan S, Srichaikul K, Mohan V, Avezum A, Díaz R, Rosengren A, Lanas F, Lopez-Jaramillo P, Li W, Oguz A, Khatib R, Poirier P, Mohammadifard N, Pepe A, Alhabib KF, Chifamba J, Yusufali AH, Iqbal R, Yeates K, Yusoff K, Ismail N, Teo K, Swaminathan S, Liu X, Zatońska K, Yusuf R, Yusuf S; PURE Study Investigators; Toronto, Kanada; N Engl J Med. 2021; 384:1312 – 1322.

Fragestellung: Ziel war die Untersuchung der Assoziation zwischen Ernährungsunsicherheit in der Kindheit und inzidentem Diabetes

Methodik: Unter Verwendung administrativer Datenbanken der kanadischen Gesundheitswesensstudie wurde eine populationsbasierte Kohortenstudie bei Kindern < 18 Jahre aus Ontaria, Kanada durchgeführt. Kinder ohne Diabetes welche eine Haushaltsantwort für das kanadischen Gesundheitswesens-Nahrungsmittelsicherheits Untersuchungsmodul abgaben, wurden für eine mediane Dauer von 9,5 Jahren auf inzidenten Diabetes nachbeobachtet. Multivariable Cox proportionale Ereignismodelle wurden verwendet zur Untersuchung der Assoziation zwischen Ernährungsunsicherheit und inzidentem Diabetes, sequenziell adjustiert für wichtige klinische und sozio-ökonomische Faktoren.

Ergebnisse: Es wurden 34 042 Kinder eingeschlossen; 5,3 % dieser Kinder lebten in ernährungsunsicheren Haushalten. Es gab 184 Neuerkrankungen eines Diabetes, diagnostiziert in einem medianen Alter von 16 Jahren bei ernährungssicheren bzw. 18,5 Jahren bei ernährungsunsicheren Kindern. In einer nicht-adjustierten Auswertung war Ernährungsunsicherheit in der Kindheit mit einem erhöhten Risiko für inzidenten Diabetes assoziiert (Ereignisrate 1,69, 95 % CI 1,01 – 2,81). Nach Adjustierung für klinische und sozio-ökonomischen Störfaktoren war die Beziehung nicht mehr statistisch signifikant (Ereignisrate 1,55, 95 % CI 0,91 – 2,66, adjustiert für klinische Störfaktoren; Ereignisrate 1,30, 95 % CI 0,72 – 2,37, adjustiert für klinische/sozio-ökonomische Störfaktoren). Die Ergebnisse blieben in einer Sensitivitätsanalyse robust.

Schlussfolgerung: Obwohl ernährungsunsichere Kinder eine medizinisch und sozial gefährdete Population darstellen, scheinen sie über einen medianen Beobachtungszeitraum von 9,5 Jahren kein erhöhtes Risiko für inzidenten Dia-betes zu haben.

Kommentar: Die beobachteten Assoziation zwischen Ernährungsunsicherheit bei Kindern und inzidentem Diabetes bleiben nach Adjustierung für weitere klinische und sozio-ökonomische Faktoren dieser Studie zufolge nicht signifikant.



Autor:
Prof. Dr. med. Martin O. Weickert

Erschienen in: Diabetes-Congress-Report, 2021; 21 (4) Seite 49