Fukuda T, Bouchi R, Asakawa M, Takeuchi T, Shiba K, Tsujimoto K, Komiya C, Yoshimoto T, Ogawa Y, Tamad T; Tokyo, Japan; Diabet Med 2020; 37: 105 – 113

Fragestellung: Ziel war die Untersuchung der Assoziation zwischen sarkopenischer Adipositas und einem Abfall der geschätzten GFR bei Personen mit Typ-2-Diabetes.

Methodik: Eingeschlossen wurden 745 Personen mit Typ-2-Diabetes (mittleres Alter 64,6 Jahre, 53,6 % Männer). Die Körperkomposition wurde mittels DEXA evaluiert. Der Skelettmuskelindex, berechnet als appendikuläre nicht-fett Masse (kg) geteilt durch Körperhöhe im Quadrat (m2), wurde zur Bestimmung einer Sarkopenie verwendet. Sarkopenische Adipositas war definiert als Koexistenz einer Sarkopenie und einem Verhältnis der androiden zur gynoiden Fettmasse höher als die Medianwerte bei beiden Geschlechtern. Die Assoziation einer sarkopenischen Adipositas mit der jährlichen Rate und dem Abfall der geschätzten GFR, sowie eines > 30 % Abfalls der geschätzten GFR wurde mittels multivariaten linearen Regressionsmodellen und Cox proportionalen Risikomodellen evaluiert.

Ergebnisse: Teilnehmer mit einer sarkopenischen Adipositas hatten ein erhöhtes Risiko für hohe jährliche Raten eines Abfalls der geschätzten GFR, auch nach Adjustierung für Störvariablen (standardisiertes β = -0,228, p < 0,001). Sarkopenische Adipositas war auch im multivariaten Modell signifikant assoziiert mit einem Risiko für einen > 30 % Abfall der geschätzten GFR (Ereignisrate 4,52, 95 % CI 2,16 – 9,47; p < 0,01).

Schlussfolgerung: Über DEXA bestimmte sarkopensiche Adipositas ist bei Personen mit Typ-2-Diabetes mit einem beschleunigten Abfall der Nierenfunktion assoziiert.

Kommentar: Mechanismen welche zur Erklärung der hier beobachteten Assoziationen beitragen könnten sind bisher weitgehend unklar. Möglich scheinen Zusammenhange von adipositasbedingter chronischer Inflammation und Insulinresitenz, welche zum Auftreten einer Muskelatrophie mit beitragen könnten.



Autor: Prof. Dr. med. Martin O. Weickert
University of Warwick (UK)

Erschienen in: Diabetes-Congress-Report, 2020; 20 (1) Seite 57