Kuchay MS, Krishan S, Mishra SK, Farooqui KJ, Singh MK, Wasir JS, Bansal B, Kaur P, Jevalikar G, Kaur-Gill H, Choudhary NS, Mithal A Abt. für Endokrinologie und Diabetes, Medanta-The Medicity Hospital, Gurugram, Haryana, Indien; Diabetes Care 2018; 41: 1801 – 1808

Fragestellung: Natrium-Glukose-Cotransporter 2 (SGLT-2) Inhibitoren reduzieren das Leberfett in Nagermodellen. Daten bezüglich des Effektes von SGLT-2-Inhibitoren auf das Leberfett beim Menschen sind spärlich. Die Studie untersucht den Effekt von Empagliflozin (ein SGLT-2 Inhibitor) auf das Leberfett von Patienten mit Typ-2-Diabetes und nichtalkoholischer Fettleber-Erkrankung (NAFLD) mittels MRT-erfasster Protonen-Dichte-Fett-Fraktion (MRI-PDFF).

Studiendesign und Methoden: 50 Patienten mit Typ-2-Diabetes und NAFLD wurden randomisiert entweder der Empagliflozin-Gruppe (Standardtherapie für Typ-2-Diabetes plus 10 mg Empagliflozin) oder der Kontroll-Gruppe (Standardtherapie ohne Empagliflozin) zugeteilt für 20 Wochen. Die Änderung von Leberfett wurde gemessen mit MRI-PDFF. Sekundäre Endpunkte waren Änderungen von GOT, GPT und der g-GT.

Ergebnisse: Wenn Empagliflozin zur Standardtherapie für Typ-2-Diabetes zugefügt wurde, reduzierte es signifikant besser das Leberfett (mittlere MRI-PDFF-Differenz zwischen Empagliflozin- und Kontroll-Gruppe -4,0 %; p < 0,0001). Verglichen mit der Ausgangssituation war die Reduktion der MRI-PDFF am Behandlungsende signifikant für die Empagliflozin-Gruppe (16,2 % auf 11,3 %; p < 0,0001), eine nicht signifikante Änderung fand sich in der Kontroll-Gruppe (16,4 % auf 15,5 %; p = 0,057). Beide Gruppen zeigten eine signifikante Differenz für die Änderung von GPT (p = 0,005) und eine nicht signifikante Änderung für GOT (p = 0,212) und der g-GT (p  = 0,057).

Schlussfolgerung: Wenn Empagliflozin in die Standardtherapie für Typ-2-Diabetes eingeschlossen wird, reduziert es das Leberfett und verbessert die GPT-Werte bei Patienten mit Typ-2-Diabetes und NAFLD.

Kommentar: Die NAFLD ist Folge der Insulinresistenz und bei vielen Patienten mit Adipositas, metabolischem Syndrom und Typ-2-Diabetes nachweisbar. Ihre Gefahr besteht in der Weiterentwicklung zur NASH, der Leberzirrhose und am Ende der Entwicklung eines Leberzellcarcinoms, dessen Inzidenz bei Adipositas und Typ-2-Diabetes deutlich erhöht ist. Bisher ist Metformin die Erstlinientherapie bei Typ-2-Diabetes mit NAFLD und NASH, weil es nicht nur das Leberfett reduziert, das die genannte Entwicklung vorantreibt, sondern als mTOR-pathway-Inhibitor auch antitumorös wirkt. Empagliflozin reduziert wie gezeigt auch das Leberfett deutlich und über das durch die Standardtherapie erzielte Ausmaß hinaus, zu der auch Metformin gehört. Die Kombination von Empagliflozin mit Metformin kann deshalb bei NAFLD und NASH besonders effektiv sein. Ob Empagliflozin auch anticancerogene Wirkung besitzt, ist nicht bekannt.



Autorin: Priv.-Doz. Dr. med. Kornelia Konz
Ärztin für Innere Medizin, Endokrinologie, Diabetologie Ernährungsmedizin
DKD HELIOS Klinik
Aukammallee 33
65191 Wiesbaden

Erschienen in: Diabetes-Congress-Report, 2018; 18 (5) Seite 54