Acht von zehn Menschen mit Adipositas glauben, dass sie selbst dafür verantwortlich sind, ihr Gewicht zu reduzieren. Bis zu sechs Jahre kann es dauern, bis sich die Betroffenen, nach erfolglosen Abnehmversuchen ohne fremde Hilfe, an ihren behandelnden Arzt wenden. Auch wenn die meisten Ärzte Adipositas als Erkrankung anerkennen, bleibt sie dennoch häufig unbehandelt. Dies zeigen die aktuellen Ergebnisse der ACTION-IO-Studie (Awareness, Care, and Treatment In Obesity MaNagement – an International Observation), die auf dem 26. European Congress on Obesity (ECO) in Glasgow erstmals vorgestellt wurden.

Große Unterschiede in Wahrnehmung, Einstellung und Verhaltensweise werden zu Behandlungshürden

Im Rahmen der ACTION IO-Studie wurden über 14.500 Menschen mit Adipositas und fast 2.800 Ärzte aus 11 Ländern auf fünf Kontinenten befragt. Ziel der Studie war es, herauszufinden, welche Wahrnehmungen, Einstellungen und Verhaltensweisen sowohl Patienten als auch Ärzte haben und was mögliche Hürden für eine effektive Adipositas-Behandlung sind. Damit wurden international Faktoren identifiziert, die einer adäquaten Versorgung von Menschen mit Adipositas im Weg stehen können.

Die Studienergebnisse zeigen, dass 71% der Ärzte glauben, dass Menschen mit Adipositas kein Interesse daran haben abzunehmen. Demgegenüber gaben nur 7% der Menschen mit Adipositas tatsächlich an kein Interesse an einer Gewichtsreduktion zu haben. Außerdem äußerten 81% der befragten Personen mit Adipositas, in der Vergangenheit mindestens einen Versuch unternommen zu haben ihr Gewicht zu reduzieren, wohingegen die befragten Ärzte der Meinung waren, dass nur 35 % der Patienten schon einmal versucht haben abzunehmen.

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Frühzeitig das Gespräch suchen, um bestmöglich unterstützen zu können

„Adipositas ist eine der komplexesten chronischen Erkrankungen, mit der unsere Gesellschaft heute konfrontiert ist. Im Vergleich zu anderen ähnlichen chronischen Erkrankungen, ist die Versorgung jedoch unzureichend“, kommentierte Professor Ian Caterson, Leiter der ACTION IO Studie und Stiftungsdirektor des Boden Instituts an der Universität von Sydney. „Die Studienergebnisse zeigen, welche Faktoren eine effektive Adipositas-Therapie behindern können. Diese müssen wir überwinden und frühzeitig das Gespräch mit den Patienten suchen, um sie bestmöglich unterstützen zu können.“

Nick Finer, Senior Principal Clinical Scientist im Bereich Medical Affairs bei Novo Nordisk, begrüßte die Studienergebnisse: „Die ACTION IO Studie hilft uns, Adipositas als Erkrankung besser zu verstehen und zu erkennen, wie wir gemeinsam die Versorgung verbessern können. Die Daten verdeutlichen, dass viele Menschen mit Adipositas ernsthaft versuchen, abzunehmen. Dies wird von den Ärzten jedoch nicht immer erkannt. Auf Basis der Studienergebnisse können auf lokaler und globaler Ebene neue Ansätze, Instrumente und Empfehlungen untersucht werden, um die Behandlung der Adipositas zu verbessern. Wir hoffen, dass die Daten dazu beitragen, die Barrieren in der Kommunikation zwischen Menschen mit Adipositas und ihren Ärzten zu überwinden und einen aktiven Umgang mit der Erkrankung zu fördern.“

Über die ACTION-IO-Studie
ACTION IO ist die größte Studie ihrer Art, die die Hürden bei der Adipositas-Therapie aus Sicht von Patienten und Ärzten untersucht. Für die Studie wurden über 14.500 Menschen mit Adipositas sowie fast 2.800 Ärzte aus elf Ländern, darunter Australien, Chile, Israel, Italien, Japan, Mexiko, Saudi-Arabien, Südkorea, Spanien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und dem Vereinigten Königreich befragt. Damit ergänzt ACTION IO die wichtigen Ergebnisse der in den USA und Kanada durchgeführten ACTION-Studien. Die Daten helfen zu verstehen, welche übergreifenden Faktoren die Behandlung von Adipositas weltweit erschweren. ACTION IO sowie die ACTION-Studien aus den USA und Kanada wurden von Novo Nordisk unterstützt.

Quelle: Pressemitteilung von Novo Nordisk